Weltweiter Kampf gegen das Virus

Mediziner behandeln einen Covid-19-Patienten in einem Krankenhaus in Wuhan. Am Donnerstag meldete China erstmals keine neuen Ansteckungen.

Mediziner behandeln einen Covid-19-Patienten in einem Krankenhaus in Wuhan.
Am Donnerstag meldete China erstmals keine neuen Ansteckungen.

Europäische Länder stemmen sich gegen Ausbreitung, Optimismus in China.

Wien Das Coronavirus hat die ganze Welt im Griff. Besonders stark betroffen ist momentan Europa. Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht vom Epizentrum der Pandemie. Italien hat massiv zu kämpfen, aber auch in Spanien gilt die Lage als angespannt. Gute Nachrichten gibt es aus China.

 

Italien. Österreichs Nachbarland leidet stark unter der Coronavirus-Krise. Vor allem der Norden ist betroffen. Der lombardische Gesundheitsbeauftragte Giulio Gallera forderte die Regierung zu einem kompletten „Shut down“ auf. Immer seien noch zu viele Menschen auf der Straße. „Das ist unannehmbar. Die Leute müssen zu Hause bleiben“, sagte der Politiker. Derzeit dürfen Italiener aus beruflichen oder dringenden Gründen sowie für kurze Einkäufe nach draußen. Seit vergangener Woche können sie von der Polizei kontrolliert werden. Die Zahl der Todesopfer und Infizierten steigt aber nach wie vor dramatisch. Weitere Einschränkungen seien unvermeidbar, erklärte Regierungschef Giuseppe Conte.

Spanien. Nach Italien ist Spanien das europäische Land, das am stärksten vom neuartigen Coronavirus betroffen ist. Im gesamten Land herrscht seit dem Wochenende eine Ausgangssperre. Die Hauptstadt Madrid nutzt jetzt auch Hotels im Kampf gegen die Krise. Zwei größere Häuser sollen entsprechend ausgerüstet werden, um Hunderte Patienten aufzunehmen und die Spitäler der Millionenstadt zu entlasten. Der Leiter der Behörde für gesundheitliche Notfälle, Fernando Simon, stellte zuletzt dennoch etwas Positives fest: Die Geschwindigkeit der Zunahme der Infektionen habe sich zuletzt verlangsamt. 

 

Großbritannien. In Großbritannien gab es einen Kurswechsel. Bisher war das Land eher zurückhaltend mit strengen Regelungen. Inzwischen erhöhte Premierminister Boris Johnson aber die Schutzmaßnahmen. Es wird praktisch von allen sozialen Kontakten abgeraten und Home-Office empfohlen. Ab heute sollen auch die Schulen im Vereinigten Königreich schließen.

 

Israel. Mit drastischen Maßnahmen versucht Israel, das neuartige Coronavirus einzudämmen. Es setzt dabei sogar Überwachungstechnologie ein, die eigentlich für die Terrorbekämpfung genutzt wird. Medienberichten zufolge werden die Mobiltelefone von Kranken und Verdachtsfällen geortet, um die häusliche Quarantäne zu überwachen. Israel will außerdem leer stehende Hotels umfunktionieren, um leicht erkrankte Patienten unterzubringen. Das öffentliche Leben ist stark eingeschränkt.

 

USA. Die USA haben ihre Grenzen für Einreisen aus Europa geschlossen. Nur Amerikaner und Personen mit einer dauerhaften Aufenthaltserlaubnis und deren Angehörige dürfen in die Vereinigten Staaten zurück, müssen sich aber einer Gesundheitskontrolle unterziehen und sind aufgerufen, sich in eine 14-tägige Selbstquarantäne zu begeben. Über weitere konkrete Maßnahmen entscheiden die Einzelstaaten in den USA selbst. US-Präsident Donald Trump rief die Amerikaner dazu auf, Ansammlungen von mehr als zehn Menschen zu vermeiden, auf nicht notwendige Reisen und auf Besuche von Bars und Restaurants zu verzichten.

 

Deutschland. In Deutschland sind die Sorgen groß, dass sich die Ausbreitung des Coronavirus nicht schnell genug eindämmen  lässt. Die Bürger würden ihr Leben nicht konsequent ändern – so die Befürchtung in einigen Bundesländern. Die Ministerpräsidenten von Bayern, Markus Söder, und Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, drohten bereits mit Ausgangssperren. In den vergangenen Tagen sind im ganzen Land Schulen und Kindergärten geschlossen worden. Auch Geschäfte und Gaststätten sind zu. Reisen sollen eingestellt, soziale Kontakte auf ein Minumum beschränkt werden.

 

China. Die Volksrepublik hat am längsten mit Covid-19 zu kämpfen. Wuhan gilt als Ursprungsort des Virus. Nun hat China zum ersten Mal landesweit keine lokalen Neuinfektionen mehr gemeldet. Das wäre ein großer Erfolg, der darauf hindeutet, dass die strengen Abschottungsmaßnahmen funktioniert haben. Inwieweit die offizielle Statistik die wahre Lage widerspiegelt und wie hoch die Dunkelziffer ist, bleibt indes unklar.

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