Netzbetreiber spüren Home Office und Isolation

Wien Während der Selbstisolation weicht man aufs Telefon aus, sei es beruflich oder privat. Das spürt man auch im Mobilfunknetz: Am Dienstagvormittag gab es verstärkt Meldungen zu Störungen im Funknetz.

„Wir sehen derzeit ein All-Time-High bei der Telefonie im Magenta Netz und nur leichtes Wachstum bei Daten“, bestätigt Peter Schiefer von Magenta. Es gab daher am Dienstagvormittag vereinzelt Probleme mit Telefonieabbrüchen, die Probleme seien größtenteils gelöst. Bei A1 sieht man eine Verdoppelung der vertelefonierten Zeit, man sei aber gut vorbereitet und habe noch Ressourcen. „Wir gehen von einer leichten Verlagerung Richtung Mobilfunknetz aus, sind aber sowohl im Mobilfunk als auch im Festnetz sehr gut gerüstet und haben ausreichend Kapazitäten“, betont Unternehmenssprecherin Livia Dandrea-Böhm. „Aktuell merken wir eine Zunahme der Sprachtelefonie von rund 50 Prozent und eine zirka fünfzehnprozentige Zunahme der Datennutzung im Vergleich zur Vorwoche“, bestätigt Tom Tesch von Drei. Die Gespräche seien auch länger als üblich. Normalerweise würde die Datennutzung im Frühjahr durch das gute Wetter eher zurückgehen, nun sei dies nicht der Fall. Das Gros der Datennutzung falle aber auf Streamingdienste, dies könne gerade am Abend zu einer örtlich stärkeren Auslastung des Netzes führen.

Laut Medienberichten nutze die Bundesregierung auch Bewegungsprofile der Handynutzer, um den Erfolg der Maßnahmen zu kontrollieren, bereitgestellt durch A1 und einem Spin-Off-Unternehmen der TU Graz. „Mit diesen Daten ist es möglich, die Bewegungsströme von Menschengruppen in 20er-Schritten zu visualisieren“, erklärt Dandrea-Böhm gegenüber den VN. Dies sei vollständig DSGVO-konform und vom TÜV geprüft. Man könne nicht auf einzelne Personen schließen, sondern immer nur auf Gruppen von je 20 Personen. So wäre eine Aussage möglich wie, dass sich bis zu 40 Personen an einem Ort aufgehalten hätten. Kritiker betonen, dass eine Anonymisierung von Bewegungsprofilen höchst schwierig sei und hinterfragen, ob diese Weitergabe rechtlich gedeckt ist. Magenta habe vergleichbare Möglichkeiten, solche Nutzerstromanalysen bereitzustellen. Dies könne ein „positives Instrument im Sinne des Gemeinwohls sein“, betont Schiefer. Entsprechende Anfragen durch Behörden gebe es jedoch noch keine.

„Wir sehen ein All-Time-High bei der Telefonie, leichtes Wachstum bei Daten.“

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