Blockabfertigung in den Apotheken

Manche Apotheken, wie hier in Lauterach, haben schon in der vergangenen Woche damit begonnen, ihre Kunden, die derzeit zahlreich daherkommen, nur einzeln einzulassen. Die meisten nahmen die Wartezeit gelassen auf sich.  

Manche Apotheken, wie hier in Lauterach, haben schon in der vergangenen Woche damit begonnen, ihre Kunden, die derzeit zahlreich daherkommen, nur einzeln einzulassen. Die meisten nahmen die Wartezeit gelassen auf sich.  

Im Gegenzug werden die Öffnungszeiten ausgeweitet.

Bregenz Die drastischen Einschränkungen, die die ungehemmte Ausbreitung des Coronavirus mit sich bringt, schlagen hohe Wellen und sorgen für Verunsicherung bei den Menschen. Letzteres bekommen besonders die Apotheken zu spüren. „Seit zwei Wochen stehen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgrund des enormen Kundenansturms massiv unter Druck“, berichtet Apothekenkammerpräsident Jürgen Rehak. Groß ist die Nachfrage vor allem nach Desinfektionsmitteln, aber auch die Medikamentenbevorratung wird immer mehr zum Thema. Ab heute, Montag, müssen sich die Kunden auf „Blockabfertigung“ einstellen. „Die Zahl der Personen, die sich gleichzeitig in einer Apotheke aufhalten wird beschränkt, um maximale Sicherheit für Mitarbeiter und Kunden zu gewährleisten“, kündigte Apothekerkammerpräsident Jürgen Rehak an. Gleichzeitig werden die Öffnungszeiten ausgeweitet. Jene für den Bereitschaftsdienst in der Nacht und am Wochenende bleiben unverändert.

Eine Vorsichtsmaßnahme

Es handle sich lediglich um eine Vorsichtsmaßnahme, um die Versorgung unter allen Umständen sicherzustellen: „Würde es zu einer Infektion unter den Mitarbeitern kommen, müssten alle in Quarantäne geschickt und die Apotheke geschlossen werden. Das wollen wir unbedingt vermeiden“, bekräftigt Jürgen Rehak. Er appelliert zudem an die Kunden, sich nur mit den tatsächlich benötigten Mengen an Arzneimitteln zu versorgen: „Hamsterkäufe bei Medikamenten sind völlig unnötig. Sie belasten aber das System enorm.“

In den 51 Apotheken des Landes gibt es rund 750 Beschäftigte. Sie werden derzeit mit Fragen von Kunden geradezu überhäuft. „Die Beratungstätigkeit hat stark zugenommen“, sagt Jürgen Rehak. Viele möchten wissen, ob es nicht doch Mittelchen gegen das Coronavirus gibt. Eine bislang vergebliche Hoffnung. Auch Antibiotika würden zuhauf über die Ladentische gehen, wenn sie nicht rezeptpflichtig wären. Darüber hinaus sind frei erhältliche Arzneimittel und da vor allem Schmerzmittel besonders gefragt. Andere wiederum erkundigen sich nach Möglichkeiten, wie sich das Immunsystem stärken lässt. Rehak: „Da können wir helfen.“

Luxusgut Desinfektionsmittel

Fast zum Luxusgut mutiert sind hingegen Desinfektionsmittel. Das Begehren danach können die meisten Apotheken nur noch deshalb befriedigen, weil sie in Eigenregie in großem Umfang produzieren. „Bei uns wurden schon über 150 Liter hergestellt“, erzählt Jürgen Rehak. Zu haben sind die alkoholbasierten Lösungen in allen Größen, auch als Ausführung für die Handtasche. Zur Mangelware werden jedoch die Gefäße. „Kunden, die sich mit Desinfektionsmittel eindecken wollen, müssen selbst eine Abfüllmöglichkeit mit in die Apotheke bringen“, merkt Rehak an.

„Kunden, die Desinfektionsmittel wollen, müssen selbst ein Gefäß mitbringen.“

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