„Leuchtturm“ in Höchst

Die 43-jährige Emine Szabo ist in Höchst Kandidatin der ÖVP. VN/Hämmerle

Die 43-jährige Emine Szabo ist in Höchst Kandidatin der ÖVP. VN/Hämmerle

Türkischstämmige Emine Szabo kandidiert für etablierte Partei.

Höchst Die Durchsicht aller Höchster Kandidatenlisten zur Gemeindewahl endet für Emine Szabo mit einem Ausdruck der Verwunderung. „Ich bin offensichtlich die einzige Frau türkischer Abstammung, die bei den etablierten Parteien auf der Liste steht“, bemerkt die vierfache Mutter und reicht ein herzliches Lachen nach. „Der Herbert Sparr bezeichnet mich immer als Leuchtturm. Vielleicht deshalb.“

Im Visier des Bürgermeisters

Emine Szabo kandidiert in Höchst für die ÖVP. Die 43-Jährige ist in zweiter Ehe mit einem Ungar verheiratet, entstammt einer klassischen Gastarbeiterfamilie. „Mein Großvater kam Ende der 60er Jahre aus der Türkei nach Vorarlberg, arbeitete als Textilarbeiter. Das tat mein Vater dann auch. Ich wuchs in Mäder auf, zog dann mit meinem zweiten Mann nach Höchst.“

Stichwort Vater: Dem streut die gesellige Dame Rosen. „Mein Papa hat mich nie unter Druck gesetzt, Er hat mich stets gefördert und meine Lebensentscheidungen stets akzeptiert.“ Deswegen sei sie auch heute so, wie sie ist. „Ich fühle mich als vollwertiges Mitglied der hiesigen Gesellschaft.“ Das können in Höchst alle bezeugen, die mit Emine in Berührung kamen. Emine arbeitet ehrenamtlich beim Roten Kreuz, sie hilft bei Dorffesten aus, wo immer man sie braucht.

Das blieb auch Bürgermeister Herbert Sparr nicht verborgen. „Auf einem Fest sprach er mich im vergangenen Jahr an. Er meinte, ich würde gut zu ihm ins Team passen. Ich war anfangs sehr skeptisch. Aber schließlich überzeugte er mich.“

Kopftuch nie Thema

Gerne nahm der oberste Höchster Emine bei seinen Wahlkampfwerbezügen mit. „Das hat mich natürlich schon sehr gefreut“, gibt die unbekümmerte Neo-Wahlwerberin gerne zu.

Emine wirbt für das, was man in den Kommunen gerne hätte: für ein gelebtes und harmonisches Miteinander von Menschen mit unterschiedlichstem Hintergrund. Natürlich soll Emine gerade in der türkischen Community überzeugen. „Ich werde nicht müde, Menschen mit türkischem Migrationshintergrund davon zu überzeugen, dass unsere Gesellschaft sehr viel bietet. Auch für sie. Ich bin für das Miteinander, nicht für Abschottung.“

Emine ist religiös. „Auch wenn ich nicht fünf Mal am Tag bete. Ich versuche den Ramadan einzuhalten, so gut es geht. Ich glaub‘ schon an meinen Gott.“ Freilich war für die Höchsterin ein Kopftuch nie Thema. „Diese Frage stellte sich für mich gar nicht. Abgesehen davon, dass du dir als Kopftuchträgerin doch selber viele Chancen, vor allem berufliche, nimmst.“

Nein, Emine mag es weltoffen und beschwingt. Als sie sich von ihrem ersten Mann scheiden ließ, hatte es vor allem ihr Vater nicht leicht. „Aber er und Mama standen immer hinter mir.“ Ihr zweiter Mann, ein Ungar, war bald willkommenes Mitglied in der Familie. Mit ihm bekam die bereits zweifache Mutter zwei weitere Kinder.

Flexibel auf allen Ebenen

Als Berufsoptimistin sieht Emine Szabo das Verhältnis zwischen eingesessenen Vorarlbergern und solchen mit migrantischem Hintergrund in einer sehr konstruktiven Entwicklung. „Ich denke, es ist insgesamt besser geworden.“

Die Angestellte in einem Betrieb, der medizinische Geräte herstellt, war in ihrem beruflichen Leben so flexibel, wie sie es privat war. Als Absolventin der Textilschule (Konfektion), bildete sie sich später zur Bürokauffrau und zur Marketing-Handelsassistentin aus. Politisch könnte sie sich gut vorstellen, eines Tages in die Höchster Gemeindevertretung einzuziehen. Noch liegt sie auf der ÖVP-Liste weit hinten. „Aber ich habe ja auch erst angefangen. VN-HK

Zur Person

Emine Szabo
Die Vorfahren der Höchsterin stammen aus der Türkei

Geboren 23. November 1976

Wohnhaft: Höchst

Beruf Angestellte

Familie verheiratet, vier Kinder

Hobbys Sport, Nähen

Lieblingsspeise Nudelgerichte

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