Absolute für Linhart kaum haltbar

Bregenzer Bürgermeister hat starke Mitbewerber. Stichwahl laut Umfrage wahrscheinlich.

Bregenz Auch in der Landeshauptstadt haben sich die Kandidaten um das Bürgermeisteramt in Stellung gebracht. Wen aber würden die Wahlberechtigten zum Bürgermeister wählen, wenn am kommenden Sonntag in Bregenz Gemeindewahlen wären? Dieser Frage ist Dr. Edwin Berndt in einer von den VN in Auftrag gegebenen Umfrage zur Gemeindewahl am 15. März nachgegangen.

Das Ergebnis zeigt eine relative Mehrheit für Bürgermeister Markus Linhart (ÖVP). Erreichte er 2010 noch 56,8 Prozent der gültigen Stimmen, entging er fünf Jahre später haarscharf einer Stichwahl. Mit zwei Stimmen Überhang schaffte er dann doch noch die Absolute (50,02 Prozent). Bei der aktuellen Berndt-Umfrage liegt Linhart bei 43 Prozent (bei einem Fehlerrisiko von 4,8 Prozent). „Eine absolute Mehrheit scheint nicht möglich. Dies ist in Bregenz auch deshalb der Fall, weil es Bürgermeister Linhart mit attraktiven und populären Mitbewerbern zu tun hat“, sagt Edwin Berndt.

Herausforderer Michael Ritsch (SPÖ) liegt laut Umfrage mit einem Ergebnis von 26 Prozent unangefochten auf Platz zwei. Indes kann Philipp Kuner (FPÖ) die 16,4 Prozent von Andrea Kinz, der FPÖ-Kandidatin von 2015, nicht halten. Er liegt laut Dr. Berndt bei 12 Prozent. Der Frust über die Ereignisse auf Bundesebene lasse sich bis zu den Wahlen nicht mehr beseitigen. Zudem sei Kuner noch relativ neu in der Politik. Sandra Schoch (Grüne) wiederum könnte ihr Ergebnis von 8,1 Prozent im Jahr 2015 auf nun 13 Prozent steigern.  Eine Verbesserung um 1,9 auf rund 6 Prozent wird Alexander Moosbrugger (Neos plus) attestiert.

Angesichts dieser Fakten bedürfe es in Bregenz wohl einer Stichwahl, ist der Meinungsforscher überzeugt. Nur wenn es Linhart und der ÖVP gelinge, die eigenen Sympathisanten und die unschlüssigen Wähler überdurchschnittlich für sich zu mobilisieren, könnte sich eine Absolute ausgehen.

ÖVP bei 39 Prozent

Bei der Wahl der Parteien sieht die Umfrage die ÖVP bei 39 Prozent. Sie würde damit im Vergleich zu 2015 fünf Prozentpunkte verlieren. Eine absolute Mehrheit sei derzeit auch bei Einrechnung der Schwankungsmaße nicht möglich. Dahinter folgt das Team Bregenz von Michael Ritsch mit 24 Prozent. Das ist um 1 Prozent mehr als 2015 (damals noch Bezeichnung SPÖ). Eine starke Zunahme ortet Dr. Berndt für die Grünen, die sich von 14 auf 18 Prozent steigern. Die FPÖ kommt momentan auf 12,2 Prozent und läge damit um 3,5 Prozent unter dem Ergebnis von 2015. Neos plus sieht die Umfrage bei fünf Prozent, die HaK bei zwei Prozent.

In Stein gemeißelt ist allerdings noch nichts. Denn Dr. Edwin Berndt verweist darauf, dass es sich dabei um Momentaufnahmen handle. Wechselwähler, Spätentscheider und die größere Parteienlandschaft seien dabei die größten Unsicherheitsfaktoren. VN-reh

VN.at überträgt die Diskussion in Bregenz am Montag, dem 9. März, ab 20 Uhr live.

„Eine absolute Mehrheit der ÖVP scheint momentan außer Reichweite.“

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