Letzte Chance auf dem Arbeitsmarkt

Hoda Hussein Abdulaahi ist in der Aqua-Mühle-Küche unter anderem für das Schneiden zuständig.  VN/Stiplovsek

Hoda Hussein Abdulaahi ist in der Aqua-Mühle-Küche unter anderem für das Schneiden zuständig.  VN/Stiplovsek

Das Projekt „Work 1st“ versucht, Flüchtlinge schrittweise in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Dornbirn Hoda Hussein Abdulaahi war noch ein Teenager, als sie aus ihrem Heimatland Somalia floh. Zunächst in Richtung Jemen, seit rund viereinhalb Jahren lebt die heute 24-Jährige in Vorarlberg. Vor acht Monaten hat die junge Frau ihren ersten Arbeitsvertrag bekommen. Möglich wurde das durch „Work 1st“, ein soziales Integrationsleasing. Zielgruppe des Projekts sind Bleibeberechtigte, die an der Hürde Deutsch Niveau A1 mehrfach gescheitert sind und dadurch am Arbeitsmarkt besonders schwer vermittelbar sind. „Das sind oft Personen, die relativ wenig Qualifizierung mitbringen, teilweise Analphabeten, die sich schwer tun mit dem Spracherwerb“, erläutert Aqua-Mühle-Geschäftsführer Florian Kresser.

Die Teilnehmer werden vom AMS in Abstimmung mit den Bezirkshauptmannschaften der Aqua Mühle oder der Integra zugewiesen. „Die ersten drei Monate arbeiten sie bei uns, wo es darum geht, den Arbeitsalltag zu bewältigen, die Arbeitskultur und einen Arbeitsablauf zu erlernen“, ergänzt Kresser. Parallel dazu finden direkt am Arbeitsplatz Deutschkurse statt. Die Arbeitsanleiter bekommen Schulungen in leichtverständlicher Sprache. Wenn die Teilnehmer jobreif sind, werden ihnen Integrationsleasingeinsätze in externen Firmen vermittelt. Der Fokus liegt auf den Branchen Gastronomie, Holzbau, Objektreinigung, Landwirtschaft und Industrie. Das Ziel ist eine nachhaltige Arbeitsintegration.

48 Teilnehmer

„Work 1st“ startete unter der Federführung der Aqua Mühle Mitte 2019 im Unterland, Anfang dieses Jahres wurde es auf das Oberland ausgeweitet. Mit nächster Woche sind laut Kresser insgesamt 48 Personen in dem Projekt beschäftigt. Knapp 30 hatten bereits einen Integrationsleasingeinsatz. „Erste Erfolge sind schon klar erkennbar, die Ausweitung von ‚Work 1st‘ ist daher ein folgerichtiger Schritt“, sagte Landesrätin Katharina Wiesflecker beim Besuch in der Großküche von Aqua Mühle am Mittwoch.

Für die Erweiterung des Angebots stehen vom 1. Jänner 2020 bis 31. März 2021 mehr als 770.000 Euro aus dem vom Land und den Gemeinden finanzierten Sozialfonds und aus Landesmitteln zur Verfügung. Eine zusätzliche Förderung steuert das AMS bei. Die Teilnehmer sind dadurch zu 80 Prozent Lohnkosten-gefördert.

In der Aqua-Mühle-Küche im Dornbirner Messeareal werden täglich zwischen 1500 und 2000 Essen für Caterings, Betriebs-, Kindergarten und Schulverpflegung produziert. Hoda Hussein Abdulaahi ist für das Schneiden und Putzen zuständig. Die Arbeit ist offenbar ganz nach ihrem Geschmack. „Es gefällt mir sehr gut“, sagt die Wahllustenauerin. vn-ger

„Zunächst geht es darum, die Arbeitskultur und einen Arbeitsablauf zu erlernen.“

Artikel 36 von 110
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.