Eigene Webseite für OP-Wartezeiten

SPÖ will nun selbst für Transparenz bei Daten aller operativen Fächer sorgen.

Bregenz Die teils langen Wartezeiten auf Termine bei planbaren Operationen werden immer mehr zum Politikum. Im Jänner kritisierte die SPÖ in einer Anfrage an Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher, dass die Daten des Wartezeiten-Monitorings unter Verschluss gehalten würden. Gleichzeitig forderte sie Auskunft zu den aktuellen Wartezeiten in allen operativen Bereichen und aus allen Landeskrankenhäusern. Das Ergebnis der Anfragebeantwortung befriedigt SPÖ-Klubobmann Martin Staudinger nicht wirklich. Allein dem Umstand, dass sich die Wartezeiten bislang kaum verkürzt haben, ist die Kritik jedoch nicht geschuldet. „Die Transparenzfrage wurde vom Land auch nicht gelöst“, grämt sich Staudinger. Deshalb wird die SPÖ nun ihrerseits die gesamten Wartezeiten transparent machen. Gestern, Donnerstag, ging die Webseite www.wielangewarten.at online. Das soll für Druck und in letzter Konsequenz für entsprechende Entlastungsmaßnahmen sorge.

Wenige Verbesserungen

Derzeit sind auf der Webseite der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) lediglich die Wartezeiten jener drei Fächer zu finden, in denen es am meisten klemmt. Das sind die Augenheilkunde, die Endoprothetik sowie die Orthopädie bei stabilisierenden Wirbelsäuleneingriffen. In der Anfragebeantwortung sind nun 15 Bereiche aufgelistet, darunter auch solche, die zwar nicht auf der KHBG-Webseite aufscheinen, aber ebenfalls wochenlange Wartezeiten nach sich ziehen. Dazu zählen von der HNO-Abteilung durchzuführende Eingriffe an der Nasenscheidewand. Hier beträgt die Wartezeit 32 Wochen. Ebenso ein Hotspot ist die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie mit Wartezeiten von bis zu 36 Wochen.

Doch nicht nur im LKH Feldkirch ist es mit Terminen eng. In der Urologie des LKH Bregenz etwa heißt es für Patienten bis zu zwölf Wochen ausharren, bevor es in den OP-Saal geht. In den Landeskrankenhäusern Bludenz und Hohenems liegen die Wartezeiten zwischen 1 bis 6 Wochen bzw. 2 bis 3 Wochen. Die einzige nennenswerte Verbesserung habe es bei Operationen zur Stabilisierung der Wirbelsäule gegeben, hat die SPÖ bei einem Vergleich mit den von ihr im Juni 2019 erhobenen Daten festgestellt: Statt 73 Wochen würden die Patienten nun 41 Wochen warten. Gleichzeitig seien jedoch die Wartezeiten in anderen Bereichen deutlich gestiegen, etwa beim „Grauen Star“ (+ 7 Wochen) oder in der Kieferchirurgie (+ 10 Wochen).

Ehrlich ist eine Transparenz nach Meinung der SPÖ nur, wenn alle Wartezeiten bekannt gegeben werden. „Bereits in der Landtagssitzung im Dezember haben wir darum gebeten, dass die Ergebnisse des Monitorings zeitnah allen Landtagsfraktionen zur Verfügung stehen. Das ist bis heute nicht geschehen“, ärgert sich Martin Staudinger. Selbst das beste Monitoring sei sinnlos, wenn die Ergebnisse nicht regelmäßig veröffentlicht würden. „Nur korrekte Fakten zur Ausgangslage ermöglichen eine qualifizierte Diskussion darüber, wie wir miteinander das Beste für die Patienten erreichen können“, sagt Staudinger. Sollte sich in Sachen Transparenz nichts tun, will die SPÖ in einem halben Jahr neuerlich eine Anfrage stellen und diese Strategie so lange fortsetzen, bis sich etwas tut.

Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher merkte in ihrer Anfragebeantwortung an, dass in allen Landeskrankenhäusern Notfälle sofort und dringliche Fälle innerhalb der fachlich vertretbaren Zeit operiert werden. Dieser Notfallversorgungsauftrag führe auch dazu, dass Patienten mit nicht dringlichen Planoperationen gelegentlich trotz vereinbarten Termins verschoben werden müssten. VN-MM

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