Brandschutztür als Hindernis

Stadtbibliothek: Bei der Brandschutztür gibt es Nachbesserungsbedarf.  GÜD

Stadtbibliothek: Bei der Brandschutztür gibt es Nachbesserungsbedarf.  GÜD

Normen erfüllt, Interessenvertreter dennoch unzufrieden.

Dornbirn 6,4 Millionen Euro kostete der Dornbirner Sparkasse die neue Stadtbibliothek, ein Geschenk an die Bürger der Stadt zum eigenen 150-Jahre-Jubiläum. Statt den Büchern beschäftigt jedoch der Eingang die Dornbirner seit der Eröffnung.

Schuld ist die Brandschutztür, welche zur Eröffnung noch schwergängig war und nur manuell zu öffnen ist. Reingard Eberle, frühere Obfrau des Vereins „Integration Vorarlberg“ für Eltern von Kindern mit Behinderung, kritisiert diese in den VN-Leserbriefen: Für Personen in einem Elektrorollstuhl sei die Tür ein unüberwindbares Hindernis.

„Leidiges Thema“

„Das ist ein leidiges Thema“, kennt die Präsidentin des ÖZIV Vorarlberg Karin Stöckler Debatten um den Brandschutz. Aus ihrer Erfahrung wäre eine Drucktaste oder auch ein Drucksensor an der Türe optimal. Diese lassen sich auch mit dem Brandschutz verknüpfen.

Die Dornbirner Grünen wundern sich ebenfalls. „Uns wäre es überhaupt nicht in den Sinn gekommen, dass neue öffentliche Gebäude nicht barrierefrei errichtet werden könnten“, erklären Juliane Alton und Ingrid Benedikt. Sie fürchten nun, dass die Nachrüstung teuer komme.

Christoph Waibel (FPÖ), Stadtrat für Hochbau, kennt die Kritik. „Es wird funktionieren, und das relativ rasch“, versichert er. Bei der Planung habe man in erster Linie die ÖNORM zu erfüllen gehabt. Gegen eine automatisierte Schiebetür hätte außerdem das ungewollte Auslösen vorbeigehender Personen gesprochen. Dass hier noch Feineinstellungen notwendig sind, liege in der Natur der Sache, daran arbeite man bereits.

Tatsächlich schreiben die Normen nur Größe und Leichtgängigkeit einer barrierefreien Tür vor. Automatisch zu öffnen müssen sie auch im Eingangsbereich nicht sein. Im Vorarlberger Baugesetz heißt es immerhin, dass Türen „tunlichst ohne fremde Hilfe“ zu bedienen sein müssen. Ende vergangener Woche wurde bereits an der Leichtgängigkeit der Türe gearbeitet (Video auf VN.at). Geplant seien nun auch Versuche mit einem freiwilligen Rollstuhlfahrer, um die beste Lösung zu finden. VN-RAU

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