Global denken, regional handeln

Die Schüler setzen sich mit Umweltlösungen für die Zukunft auseinander.  CRO

Die Schüler setzen sich mit Umweltlösungen für die Zukunft auseinander.  CRO

Gymnasiasten aus Feldkirch denken beim Global Goals Design Jam über Umweltlösungen nach.

Feldkirch Statt ihren freien Nachmittag zu genießen, setzten sich in Feldkirch rund 50 Schüler des Gymnasiums Schillerstraße mit der nachhaltigen Gestaltung der Zukunft auseinander. Sie sind allesamt Teilnehmer am Global Goals Design Jam, wo weltweit junge Menschen nach Ideen und Lösungen suchen, um den Planeten nachhaltiger zu gestalten. Die Frage, die sich die Gymnasiasten stellten, lautete: „Wie können wir unsere Lebenswelt zur innovativ-nachhaltigsten der Welt machen?“ Ein großes Ziel, das den Mädchen und Burschen der sechsten und siebten Klassen jedoch sehr am Herzen liegt.

„Ich denke schon lange darüber nach, denn wir sind die Generation, die es betrifft“, sagt Thomas aus der 7a. Für den 17-Jährigen gehören zum Thema Umwelt und Klimaschutz auch Bodenerhaltung und Bodenschutz. Die Idee, die er gemeinsam mit Felix und weiteren Mitschülern andenkt, sieht eine enge Kooperation zwischen Landwirtschaft und Gastronomie vor. „Vorarlberg importiert jede Menge Lebensmittel, dabei gäbe es viele Möglichkeiten, Getreide oder Gemüse im Land zu produzieren“, ist er überzeugt und nennt auch gleich einen Vorteil. „Regional bedeutet, dass unter anderem keine langen Transporte und damit verbunden weniger CO2-Ausstoß.“

Herausforderungen

Wie realistisch die Idee tatsächlich ist, checkte das Workshop-Team, indem es kurzerhand den Feldkircher Gastronomen Reinhard Rauch anrief. „Er fand die Idee super“, freuen sich engagierten jungen Menschen, „er könnte sich sogar ein Pilotprojekt vorstellen.“ Mit ihnen freut sich auch Lehrerin Eva Rosino-Dür. „Die Gruppe ist damit dem Ziel, Lösungen für lokale Herausforderungen zu entwickeln, die gleichzeitig das Erreichen der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen unterstützen, nähergekommen.“ Ob das Projekt allerdings auch realisiert wird, entscheidet sich in den nächsten Tagen. Auch die Jugendlichen haben sich ins Zeug gelegt.

Die 15-jährige Alina und ihre Mitschüler haben sich mit der Idee eines Zero-Waste-Shops auseinandergesetzt. „Weniger Verpackung schont die Umwelt“, erklärt die Sechstklässlerin. „Man kann außerdem die Menge selbst bestimmen, kauft also nur, was man auch tatsächlich braucht. So wird auch Lebensmittelverschwendung vermieden.“ Weitere Ideen waren der Obst- und Gemüseanbau auf Flachdächern, den Snack-Automat der Schule mit Faire Trade bzw. gesunden Lebensmitteln zu befüllen, eine Anti-Stress-App für die psychische Gesundheit von Schülern oder die Attraktivität der ÖBB zu steigern. In den nächsten Tagen werden alle Teilnehmer gemeinsam entscheiden, welcher der vorgestellten Projekt-Prototypen tatsächlich realisiert werden sollen. In einer demokratischen Abstimmung, versteht sich. Die „Global Goals Design Jam“ ist ein Projekt der Universität Innsbruck, dem Institut für Geographie und der Pädagogischen Hochschule Tirol. Die Ergebnisse der Workshops, die zum ersten Mal in Vorarlberg umgesetzt wurden, fließen als Forschungsergebnisse in die Entwicklung zukunftsfähiger, schulinterner und schulartenübergreifender Unterrichtsformate sowie Lehrerfortbildungen ein. CRO

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