Ein süßer Abschiedsbrief von Kickl

Den Podcast VN-Woche gibt‘s auf VN.at sowie den gängigen Podcast-Plattformen. VN/Steurer

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Matthias Strolz spricht in der VN-Woche über das Verhältnis der Politiker untereinander.

Dornbirn Ein Satz brachte den damaligen Neos-Chef und Frontmann Matthias Strolz zum Umdenken. „Du hast keine Nerven für uns!“ schleuderte ihm seine elfjährige Tochter bei einer „Familienkonferenz“, wie er es in klassischem Politikerjargon nennt, an den Kopf. Monate später erklärte er seinen Rücktritt, mittlerweile ist er Autor, Coach, Start-up-Unternehmer und gern gesehener Gast in Gesprächsrunden. Am Freitag gastierte er zum Beispiel beim VN-Stand der Dornbirner Messe im Rahmen der Podcast-Serie „VN-Woche“, um über sein Buch zu sprechen. Außerdem blickt er auf seine Politikerlaufbahn zurück.

Matthias Strolz wollte nicht ins Burn-out rutschen, sondern frühzeitig die Reißleine ziehen und loslassen. Der Rücken habe bereits gezwickt, erste Anzeichen seien dagewesen, erklärt er. Loslassen ist auch ein Kernthema seines neuen Buches „Sei Pilot deines Lebens“, in dem er fünf Schritte zur persönlichen Neuentfaltung- und -entdeckung beschreibt. „Wenn du etwas Neues beginnen möchtest, musst du etwas Altes loslassen“, sagt er. „Folge der Stimme deines Herzens, erkenne deine Talente und gib ihnen eine Form.“ Seine Gabe sei immer gewesen, Menschen mit seiner guten Laune und seiner positiven Haltung zusammenzubringen. Gute Laune brauche es in der Politik reichlich. Noch nie wären Lüge und Wahrheit so sehr vermischt worden wie heute und er hätte des Öfteren den Eindruck, dass Wähler mit Freude Lügen wählen, Beispiel: Brexit. Er selbst sei für seinen Hang zur Wahrheit von Kollegen belächelt worden. Zum Beispiel, als er mit einem anderen Parteichef über eine gemeinsame Kandidatur verhandelt habe und dieser ihn bat, bei Medienanfragen zu dementieren. Den Namen Sebastian Kurz erwähnt Strolz im VN-Gespräch allerdings nicht.

Als hart, aber fair und menschlich beschreibt er das Verhältnis zwischen Politikern unterschiedlicher Lager. Kurz, Strache und Kickl schätze er auf menschlicher Ebene. Letzterer habe ihm sogar einen süßen Abschiedsbrief geschickt. Das Verhältnis zwischen Journalisten und Politikern beschreibt er als freien Tanz ohne Berührungen, als notwendige Symbiose. Dass Journalisten sein Kastaniengedicht zum Anlass nahmen, seine Politik zu kritisieren, habe ihn jedoch geärgert. Das sei aber vorbei: „Auch diese Kränkung ist überwunden.“ VN-Jul, mip

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