Kinder sicher im Internet – Talk am Abend auf der Buch am Bach

Alexander Geyrhofer gibt Tipps, wie Eltern das Internet für Kinder sicherer machen können und diskutiert anschließend in einer Expertenrunde über das Thema. Günther Loewit erklärt, wie Eltern ihrem Nachwuchs die Kindheit zurückgeben und sie zur Selbstständigkeit erziehen können. 

Alexander Geyrhofer gibt Tipps, wie Eltern das Internet für Kinder sicherer machen können und diskutiert anschließend in einer Expertenrunde über das Thema. Günther Loewit erklärt, wie Eltern ihrem Nachwuchs die Kindheit zurückgeben und sie zur Selbstständigkeit erziehen können. 

Polizist und Gewaltpädagoge Alexander Geyrhofer liefert Eltern nützliche Tipps.

Wien Jahrelang hat Alexander Geyrhofer (55), Polizist und Gewaltpädagoge, vor Schülern, Eltern und Lehrern über die Gefahren referiert, die im Netz lauern. Dann schrieb er ein Buch darüber, das an Pädagogen gerichtet war. Jetzt ist sein zweites Werk erschienen. Titel: „Kinder sicher im Internet“. Zielgruppe sind Väter und Mütter. Sie sollen erfahren, was ihren Nachwuchs erwartet und wie sie größeres Übel verhindern können.

Geyrhofer hat damit ins Schwarze getroffen. Vorab hat der Oberösterreicher bereits Dutzende Interviews gegeben. „Das dürfte ein Riesenthema sein“, fühlt er sich im Gespräch mit den VN bestätigt.

Das Internet durchdringt immer mehr Lebensbereiche. Geyrhofer sieht das grundsätzlich nicht negativ. Im Gegenteil, er bezeichnet sich selbst als Freak, der sich das jeweils neueste Smartphone kauft. Man müsse nur wissen, worauf man sich einlässt. Und daran hapert es. Viele Eltern geben ihren Sprösslingen nicht das nötige Rüstzeug mit; sie gehen damit erstens unvorbereitet und zweitens unbeschützt ins Netz.

Wohin das führt, beschreibt Geyrhofer eindrucksvoll. Laut einer Umfrage glaubt fast jeder vierte Bursche, dass Nacktfotos zum Flirten dazugehören. Das ist verhängnisvoll, wie man sich nur unschwer denken kann: Ist ein solches Foto einmal verschickt, kann es leicht missbraucht werden, beispielsweise von einem Ex-Partner. Sprich: Junge Leute müssen wissen, dass sie verfängliche Darstellungen von sich selbst unter keinen Umständen verbreiten dürfen.

Ein großes Übel ist Cybermobbing. In Österreich ist laut Geyrhofer mindestens ein Fünftel der Elf- bis 15-Jährigen davon betroffen. Wobei es sich um kein Kavaliersdelikt handle. Zu oft verursache es bei den Opfern, die zum Beispiel von Mitschülern über soziale Medien niedergemacht werden, tiefes Leid und lebenslange Narben. Umso wichtiger sei es für Eltern und Lehrer, achtsam zu sein, um bei konkreten Fällen möglichst früh einschreiten zu können.

Die Liste der Gefahren, die Geyr­hofer zusammengestellt hat, ist lang. Und die Gefahren selbst werden wiederum größer, wie er verdeutlicht: „Früher hat ein Pädophiler eher Kinder aus seiner Umgebung missbraucht. Heute sind Pädophile weltweit vernetzt und in jedem Kinder-Chat vertreten.“ In jedem Kinder-Chat? Geyrhofer berichtet von einer Polizeischulung: Ein Kollege habe sich in einem Profil als zwölfjähriges Mädchen ausgegeben. Nach fünf Minuten sei die erste Anfrage da gewesen: „Das Muster, nach dem der Kontakt ablief, war uns wohlvertraut. Fazit: Mit der größten Wahrscheinlichkeit hatten wir einen Pädophilen an der Angel.“

Das Resümee: Gar kein Internet? Das lehnt der Autor ab. Als Vater von vier Kindern hat er vielmehr Regeln entwickelt. Für seinen Sohn Mateo etwa. Erstens: „Bis zur Beendigung seines 13. Lebensjahres darf ich den Handyinhalt bei Bedarf kontrollieren.“ Zweitens: „Ab 19 Uhr liegt das Handy in der Küche auf dem Handyparkplatz.“ Und drittens: Bei Missbrauch des Handys, zum Beispiel zur Teilnahme an Cybermobbing, ist es auf längere Zeit weg. JOH

Experten diskutieren über die Gefahren im Internet

Götzis Wer Lust hat, Alexander Geyrhofer live zu erleben, hat am Mittwoch, 26. Juni, um 19.30 Uhr die Möglichkeit dazu. Der Buchautor wird auf der zweiten Buch am Bach Abendveranstaltung über die digitalen Gefahren für Kinder und wie Eltern sie davor schützen können, referieren.

Im Anschluss diskutieren beim „Talk am Abend“ Andreas Prenn (SUPRO), Landesschulsprecherin Nina Mathies und Judith Thurher (aha) gemeinsam mit Alexander Geyrhofer über die Gefahren im Internet. VN-Redakteur Mike Prock moderiert den Abend. Der Eintritt beträgt fünf Euro, VN-Abonnenten erhalten zwei Tickets zu Preis von einem, Reservierungen erbeten unter: buchambach@vn.at; Karten an der Abendkassa erhältlich. Der Reinerlös geht an die VN-Aktion „Ma hilft“.

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