Die Winterpause ist beendet

Die Bauarbeiter sind wieder angerückt. Bis Anfang Mai soll die Oberflächengestaltung in der Kirch- und Römerstraße umgesetzt werden.  VN/Paulitsch

Die Bauarbeiter sind wieder angerückt. Bis Anfang Mai soll die Oberflächengestaltung in der Kirch- und Römerstraße umgesetzt werden.  VN/Paulitsch

Die Kopfsteinpflasterfreunde hoffen jetzt bei der Quartiersentwicklung Leutbühel auf die zweite Bauetappe.

Bregenz Sie sind wieder da. Seit Anfang Dezember schlummerte die Baustelle rund um den Leutbühel in Bregenz im Winterschlaf. Nun sind die Bauarbeiter wieder angerückt. Ruhig geworden ist es indes um die Freunde des Kopfsteinpflasters, die wiederholt gegen den „beigen Einheitsbrei“ auf die Straße gingen. „Wir werden nichts mehr unternehmen“, kündigt Initiator Rudolf Sagmeister gegenüber den VN an. Dranbleiben will er aber trotzdem, nur eben anders.

Rückblick: Seit Mitte September werden die Kirchstraße und die Römerstraße zu einer Begegnungszone umgebaut. Die Kirchstraße erhält auf beiden Seiten einen Gehsteig. In der Römerstraße kommen die Parkplätze weg. Beim Einkaufszentrum GWL wird ein neues Arkadendach errichtet. Außerdem werden beide Straßen, genauso wie der Kornmarktplatz, beige asphaltiert. Dass im Zuge dessen auch die guten alten Pflastersteine in der Kirchstraße aus dem Weg geräumt werden, ließ die Wogen in der Landeshauptstadt ordentlich hochgehen. Angeführt wurden die Protestaktionen von Kunsthaus-Kurator und Kunsthistoriker Rudolf Sagmeister. „Die Kirchstraße zählt zu den wenigen erhaltenen Altstadt-Ensembles in Bregenz, und zur Altstadt gehört ein entsprechender historischer Bodenbelag. Wenn alles wie auf einer Architekturmodell-Platte auf gleich eingefärbtem Asphalt steht, dann wirken die historischen Häuser schnell wie Disney-Land“, kritisierte er unter anderem auf den beiden Kundgebungen im November und Dezember. Weitere Aktionen waren geplant. Waren, denn: Mittlerweile habe er mehrere persönliche Gespräche geführt, auch mit dem Bürgermeister. „Er hat gesagt, dass er sich bei der Kirchstraße nicht abbringen lässt. Es nutzt ja nichts, sinnlos zu protestieren, wenn man diese Nachricht bekommt“, begründet Sagmeister das Protest-Aus. Wichtig sei nun, dass nicht auch noch die Pflastersteine in der Anton-Schneider-Straße, dem Apothekergässele oder in der Maurachgasse durch den Begegnungszonen-Asphalt ersetzt werden.

Zweiter Abschnitt

Bürgermeister Markus Linharts Verständnis für die Belagsdiskussion hielt sich von Anfang an in Grenzen. Nach einem mehrjährigen Bürgerbeteiligungsprozess könne man nicht einfach alles auf den Kopf stellen. Es werde aber noch ausreichend Gelegenheiten für die Pflastersteinfreunde geben sich zu Wort zu melden, versicherte der Stadtchef am Dienstag auf VN-Anfrage. Sprich: Auch beim zweiten Bauabschnitt, der den Leutbühel, die Maurachgasse und die Deuringstraße umfasst, sei eine Bürgerbeteiligung geplant. „Da ist noch alles offen“, sagt Linhart.

Bis Anfang Mai soll die erste Etappe der Quartiersentwicklung Leutbühel abgeschlossen sein. Dann werden auch die Kirchstraße und die Römerstraße wieder befahrbar sein. Angesprochen auf den Wunsch einiger Anwohner und Geschäftsleute, die Fußgängerzone bis zur ehemaligen Uwe‘s Bierbar zu erweitern, meint der Bürgermeister: „In Zukunft schließe ich das nicht aus. Wir werden es gut beobachten.“ vn-ger

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