Da steppt der Bär

Im VHS-Steppkurs gibt die ehemlige Profitänzerin Lesly Gerbis den Takt an.   VN/Paulitsch

Im VHS-Steppkurs gibt die ehemlige Profitänzerin Lesly Gerbis den Takt an.   VN/Paulitsch

Beim Kurs von Lesly Gerbis gilt es, Zehenspitzengefühl zu beweisen.

Lochau Klickklack. Neun Frauen klappern mit ihren Schuhen in der Turnhalle in Lochau im Takt. Mal stampfen sie, mal streichen sie sanft über den Hallenboden. Je nachdem, wie die Tänzerinnen die Sohlenbeschläge aus Metall aufsetzen, erzeugen sie ein anderes Geräusch. „Und jetzt der Shuffle“, lautet die Ansage von Kursleiterin Lesly Gerbis (48). Dann geht es einen Schritt nach vorne, zur Seite, nach hinten, es folgt ein lautes „Klack“. Was auf den ersten Blick ganz einfach aussieht, erfordert in Wahrheit aber jede Menge Rhythmusgefühl und Training.

Wieder modern

Der Stepptanz wurde im 19. Jahrhundert entwickelt und hatte seine Blütezeit zwischen 1900 und 1950. „In den vergangenen Jahren ist der Stepptanz wieder richtig beliebt geworden“, erzählt Lesly Gerbis. Verantwortlich dafür sei vor allem die irische Show Lord of the Dance. „Allerdings steppen wir hier im Kurs nicht ganz so schnell“, fügt sie noch hinzu, ehe sie sich wieder ihrer Gruppe widmet. Die Trainerin stammt aus der englischen Stadt Leeds und tanzt selbst schon seit ihrer Kindheit. Lesly Gerbis tourte als Profitänzerin durch Europa und trat unter anderem auf Bühnen in Paris und Kreuzfahrtschiffen auf. Auf See lernte sie ihren Mann – einen Koch aus Vorarlberg – kennen. „So bin ich hier gelandet“, erzählt die 48-Jährige und lächelt. Heute ist sie Tanzlehrerin an der Musikschule Leiblachtal und leitet Kurse an der Volkshochschule (VHS). Acht Frauen nehmen am Kurs der VHS Bregenz in Lochau teil. „Ich habe immer schon gerne getanzt und bin im Kursbuch auf Stepptanz gestoßen. Da dachte ich mir, das probier ich jetzt einfach mal“, erzählt Irmgard (59) aus Feldkirch. Stepptanz sei gut fürs Hirn, ist sie sich sicher. Während Lesly Gerbis die Kommandos gibt, krempeln die Teilnehmerin nach zehn Minuten die Ärmel und Hosenbeine hoch und reißen die Fenster auf. „Steppen geht ziemlich in die Oberschenkel. Da gerät man schon ordentlich ins Schwitzen“, sagt eine der Hobby-Tänzerinnen und lacht. Da auch die Arme beim Tanzen mitschwingen, ist der ganze Körper in Bewegung. „Viele sehen den Stepptanz als Alternative zu Zumba, da die Beine nicht so in die Höhe gehen“, erklärt Lesly Gerbis. Zu Beginn des Kurses zeigt sie ihren Schülern die Grundschritte. Im weiteren Kursverlauf werden die Schrittkombinationen zu einer kleinen Choreografie zusammengestellt.

Nach einer Stunde hat es sich an diesem Abend schließlich ausgeklackt. Nun heißt es für die Schülerinnen: Steppschuhe einpacken und daheim weiterüben. VN-mef

Video

Steppgrundschritte zum Üben

http://VN.AT/sueNaB

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