Andrang auf „Stadtwohnungen“

Ohne die Südtirolersiedlungen wäre die Wohnungsnot weit größer. HA

Ohne die Südtirolersiedlungen wäre die Wohnungsnot weit größer. HA

In 20 Jahren hat sich in Dornbirn die Zahl der Bewerber verfünffacht.

Dornbirn Die größte Stadt des Landes wächst immer schneller. Kommendes Jahr wird die 50.000-Einwohner-Marke geknackt. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach gemeinnützigen Wohnungen, die von der Stadt zugeteilt werden. Inzwischen sind 1000 Bewerber vorgemerkt, vor 20 Jahren waren es noch 200 Wohnungssuchende, die eine günstige Bleibe suchten.

Engpass

Derzeit gibt es in Dornbirn rund 3500 Wohnungen, die von gemeinnützigen Wohnbauträgern errichtet wurden. Bis 2021 kommen knapp 220 dazu. Der Run auf Neubauwohnungen ist besonders groß, die Chancen, in einen neuen Wohnblock einziehen zu können, sind eher gering, weiß Walter Schönbeck (FPÖ), der für die Zuteilung zuständige Stadtrat: „2017 hatten wir leider nur 14 Neubauwohnungen zur Vergabe zur Verfügung.“

Im Schnitt vergibt die Stadt pro Jahr 150 bis 160 Wohnungen, die aus verschiedenen Gründen frei werden. Eine große Rolle auf dem Wohnungsmarkt spielen dabei nach wie vor die Südtirolersiedlungen, die um 1940 in vier Stadtteilen gebaut wurden. Schönbeck: „Diese Wohnungen sind für uns immer noch sehr wichtig, da wir hier die Möglichkeit haben, auch jungen Leuten eine kostengünstige Alternative anzubieten.“ Die Mietkosten liegen im Schnitt bei günstigen 300 Euro. Die Südtirolersiedlungen wurden in den letzten Jahren umfangreich saniert und die Wohnqualität damit deutlich verbessert.

Zugeteilt werden die „Stadtwohnungen“ auf Basis der gesetzlichen Vergaberichtlinien. „Bei der Vergabe von Neubauwohnungen wird von uns auch sehr auf die soziale Durchmischung geschaut.“ Schönbeck will niemanden bevorzugen oder benachteiligen. Angestrebt werde eine Quote 70 zu 30 zwischen Österreichern und Ausländern.

Geduld gefragt

Von den rund 1000 im Amt vorgemerkten Wohnungswerbern werden 300 als sehr dringend eingestuft. Eine rasche Zuteilung ist eher die Ausnahme, bittet Schönbeck um Geduld: „Je nach Dringlichkeit ist eine Wartefrist von drei bis zu 36 Monaten möglich.“ Eine Garantie für eine gemeinnützige Wohnung kann er nicht abgeben. Viele Bewerberinnen und Bewerber müssen sich wohl oder übel auf dem freien Wohnungsmarkt um eine teure Bleibe umsehen.

„Daher sollten wir bei der Schaffung von günstigem Wohnraum nicht locker lassen“, verlangt der Wohnungsstadtrat auch politisches Engagement. „Einer der aktuellen Standorte wäre der Schorenplatz, der für Viehversteigerungen genutzt wird. Hier hat die ÖVP leider kein Gehör.“ Allerdings ist die Stadt in den letzten Jahren nicht untätig geblieben. Mehrere stadteigene Flächen wurden an gemeinnützige Wohnbauträger verkauft. Jüngstes Beispiel ist ein 1800 m2 großes Grundstück in Stiglingen. HA

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