Die Pflege steht auf

Organisatoren (hinten v. l.): Susanne Wäger, Birgit Werner, Sandra Müller, Kurt Dietrich; (vorne v. l.) Juliane Nigg, Manuela Burtscher, Regina Pixner, Helga Bickel.

Organisatoren (hinten v. l.): Susanne Wäger, Birgit Werner, Sandra Müller, Kurt Dietrich; (vorne v. l.) Juliane Nigg, Manuela Burtscher, Regina Pixner, Helga Bickel.

Der Tag der Pflege wird von einer privaten Gruppe reaktiviert.

Götzis Mit gut 3000 Beschäftigten zählt die Pflege zu den größeren Berufsgruppen im Land. Trotzdem herrscht das Gefühl vor, nicht wirklich wahrgenommen zu werden. Als ein Indiz dafür nennt Sandra Müller, dass der „Tag der Pflege“, der alljährlich am 12. Mai im Kalender steht, in den vergangenen Jahren ziemlich sang- und klanglos an den Pflegenden vorübergegangen sei. Das soll sich heuer und künftig ändern. Gemeinsam mit sieben Kolleginnen und Kollegen hat Müller eine private Initiative gestartet. Sie läuft unter dem Titel „Pflege – ste(h)t auf!“ und zeigt sich am kommenden Samstag in der Kulturbühne Ambach in Götzis. Aber: „Wir wollen nicht demonstrieren, sondern uns präsentieren“, betont Sandra Müller. Es gehe wesentlich darum, die Pflegenden zu motivieren, selbst für ihre Anliegen und Bedürfnisse einzustehen.

Bewusstsein fördern

Sandra Müller arbeitet seit zwanzig Jahren im Landeskrankenhaus Feldkirch. Die Aktion ist ihr ein Herzensanliegen. „Die verschiedenen Pflegebereiche sind noch keine Einheit. Jeder arbeitet für sich“, sagt sie. Der öffentliche Auftritt soll eine Kehrtwendung bringen. „Wir möchten den Austausch untereinander verbessern“, sieht Müller die Initiative auch als Signal in diese Richtung. Ebenso hofft sie, das Bewusstsein für mehr Wertschätzung der pflegerischen Tätigkeiten anregen zu können. Der Politik möchten die Pflegenden zeigen, dass es innerhalb der Berufsgruppe sehr wohl ein standespolitisches Engagement gibt. Nicht zuletzt wollen die Initiatoren mit dieser Veranstaltung auch erreichen, dass sich der internationale Tag der Pflege künftig als Fixtermin in den Köpfen der Pflegenden und Interessensvertretungen verankert. Deshalb war es ihr wichtig, Mitstreiter aus allen Bereichen der Pflege, also Akutkrankenhaus, Krankenpflegevereine und stationäre Langzeitpflege, für die Idee zu begeistern. Es ist ihr gelungen.

Um das Streben nach mehr Einheit zu verdeutlichen, beginnt der „Tag der Pflege“ mit einer Sternwanderung zum Veranstaltungsort. Danach tragen Pflegende und Auszubildende ihre Anliegen bzw. Sorgen rund um die Pflege vor. Im Anschluss daran hält Christl Bienstein, im deutschsprachigen Raum als „Pflegepäpstin“ bekannt, einen Impulsvortrag zum Thema „Pflege spricht für sich“. Den Abschluss bildet eine Podiumsdiskussion mit Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker und KHBG-Direktor Gerald Fleisch, in der Inhalte sowie Kernfragen der vorab kundgetanen Statements erörtert werden. Indes hofft die Gruppe um Sandra Müller auf rege Resonanz vonseiten der Kollegenschaft. Sie zu erreichen, erfordere nämlich viel persönlichen Einsatz. Aber, wie gesagt, es ist ihr ein Herzensanliegen. VN-MM

„Die verschiedenen Pflegebereiche sind noch keine Einheit. Jeder arbeitet für sich.“

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