Schneller als der Rasenmäher

von melanie fetz
Für Fabian Winder, Mathias Lenz und Jakob Winder wird es am Samstag ernst. Beim Wettkampf in Alberschwende ist schnelles Mähen gefragt.     VN/mef

Für Fabian Winder, Mathias Lenz und Jakob Winder wird es am Samstag ernst. Beim Wettkampf in Alberschwende ist schnelles Mähen gefragt.     VN/mef

Elite-Sensenmänner fiebern Wettkampf entgegen.

Krumbach Wusch – und schon liegt das kniehohe Gras am Boden. Meter für Meter arbeiten sich Jakob Winder (22), Mathias Lenz (25) und Fabian Winder (27) mit ihren Sensen durch die Wiese in Krumbach. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Aber nicht weil gerade dunkle Wolken am Himmel aufziehen. Es ist die letzte gemeinsame Trainingseinheit vor dem internationalen Handmäh-Wettkampf, der am kommenden Samstag in Alberschwende über die Bühne gehen wird und bei dem jede Sekunde zählt.

„Wir beginnen Anfang Frühling mit dem Training. Um fit zu bleiben, steht im Winter Trockentraining am Programm“, berichtet Fabian Winder, der zum achtköpfigen Team der heimischen Elitemäher zählt. Während andere im Fitnessstudio schwitzen, haben die Bregenzerwälder ein Trainingsgerät zusammengebaut, um die Schwünge zu trainieren. „Ich denke, wir sollten dieses bald als Patent anmelden“, sagt der 27-Jährige und lacht. Der Krumbacher hat die Sense schon von Kindesbeinen an fest im Griff. „Wir haben eine Landwirtschaft zu Hause und auch mein Vater hat schon bei Wettbewerben mitgemacht“, erzählt er weiter. Er ist in der Sensenmann-Szene eine bekannte Nummer. Vor zwei Jahren wurde er sogar Weltmeister. „Mittlerweile bin ich aber schon eher im Handmäher-Rentenalter“, meint er und schmunzelt.

Schwierige Verhältnisse

Auch Namenskollege Jakob Winder aus Alberschwende hat sich schon auf internationaler Bühne gemessen. Im Vorjahr waren die beiden Winders bei der EM in der Schweiz und belegten die Plätze 14 und 15. Erhofft hatten sich die Bregenzerwälder allerdings mehr. Zwei Wochen vor der Meisterschaft seien sie extra zum Wettkampfort gefahren, um das Gras zu begutachten. Kurz vor dem Turnier machte ihnen aber Petrus einen Strich durch die Rechnung. Es zog ein Unwetter durch und drückte das Gras platt. „Das waren dann nicht mehr so unsere Verhältnisse.“

Wie in vielen Sportarten spielt beim Handmähen neben den Wiesenverhältnissen das Gerät eine wichtige Rolle. Die Sensen haben die Mäher selbst gebaut. „Das ist eine spezielle Anfertigung aus Aluminium“, erklärt Fabian Winder und deutet auf den bogenförmigen Stiel. Laufend werde getüftelt, um die Geräte zu verbessern. Bei den Wettkämpfen gilt es, zehn Mal zehn Meter so schnell und so gleichmäßig wie möglich zu mähen. Etwas mehr als zwei Minuten benötigen die Elitemäher im Durchschnitt dazu. Je nach Verhältnissen eben. Die Spitzenzeiten lägen so bei einer Minute und 50 Sekunden. Aber nicht nur die Männer, sondern auch die Damen, für die es sieben mal fünf Meter zu bewältigen gilt, seien sehr flott unterwegs. „Beim Handmähen ist anfangs Geduld ein wichtiger Faktor. Leider haben viele junge Leute keine mehr“, sagt Fabian Winder. Beim Wettkampf am Samstag werden aber doch rund neunzig Teilnehmer aus mehreren Ländern gegeneinander antreten. Dabei können sich die Handmäher der heimischen Landjugend auch für den Bundeswettbewerb qualifizieren. Die besten Österreichs werden bei der EM im nächsten Jahr in Oberösterreich starten. „Das wäre ein großes Ziel“, sagt Jakob Winder, ehe er sich mit seinen Kollegen wieder Meter um Meter vorarbeitet.

„Mittlerweile bin ich aber wohl schon eher im Handmäher- Rentenalter.“

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