Vorarlberger, über die man spricht. Jutta Andorfer (54)

Ein Gesicht zu 1450

Als Gesundheitsberaterin ist ihr Fachwissen gefragt.

feldkirch Nach 25 Jahren als Kinderkrankenschwester wollte sie keinen Job mehr im Spital. Aber genau dort fand Jutta Andorfer den Anstoß zu ihrer neuen Tätigkeit. „Während eines Krankenbesuchs fiel mir das Plakat auf, mit dem die Gesundheitshotline 1450 beworben wird“, erzählt sie. Ihr erster Gedanke: „Das wäre eine Möglichkeit, gleichzeitig etwas anderes und doch in der Nähe dessen, was ich gelernt habe.“ Andorfer ließ ihren Überlegungen die nötigen Taten folgen und gehört jetzt zum Team jener Gesundheitsberaterinnen und Gesundheitsberater, die in der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) in Feldkirch rund um die Uhr der Bevölkerung für medizinische Anfragen zur Verfügung stehen. Jutta Andorfer arbeitet von 7 bis 19 oder von 19 bis 7 Uhr. Die Zeiten liegen ihr. „Mir gefällt es, untertags einmal frei zu haben“, sagt sie. Die Bregenzerin schätzt aber auch die Rahmenbedingungen, die ihre Arbeitsstätte attraktiv machen. „Man ist nie allein, es gibt fachlichen und kollegialen Rückhalt. Das ist wichtig für diesen Job“, befindet Jutta Andorfer.

Gründlicher Perspektivenwechsel

Die beruflichen Perspektiven wechselten allerdings ziemlich gründlich. Im Landeskrankenhaus Bregenz war die Bergfreundin zuerst auf der Frühgeborenen-Intensivstation, danach in der Kindertagesklinik und zuletzt in der Kinder­ambulanz beschäftigt. Dann findet sich in ihrem Lebenslauf ein kurzer Abstecher nach Wien, ehe es wieder zurück zu den kleinen Patienten ging. Weil Jutta Andorfer mehr als nur die angebotenen 60 Prozent arbeiten wollte, orientierte sie sich neu und landete schließlich beim Film, wo sie als Produktionskoordinatorin dafür sorgte, dass am Set und auch sonst rundherum alles glattlief. Unter anderem werkte Jutta Andorfer beim Bilgeri-Streifen „Der Atem des Himmels“ hinter den Kulissen mit. Doch es war eine aufreibende Tätigkeit. „Wir waren sieben bis acht Monate im Jahr unterwegs,“, erzählt sie. Zudem warf die Arbeit kein geregeltes Einkommen ab. Doch nicht nur deshalb wollte sie zurück nach Vorarlberg und einen fixen Job. „Ich bin Bregenzerin“, braucht es für die leidenschaftliche Schwimmerin keine weitere Erklärung.

Gute Erfahrungen

Jetzt bringt Jutta Andorfer ihre pflegerische Kompetenz als Gesundheitsberaterin ein. Die Arbeit am Telefon gefällt ihr. „Wir haben zwar die unterschiedlichsten Anrufer, aber im Großen und Ganzen mache ich gute Erfahrungen mit ihnen. Die meisten sind freundlich und dankbar für die Hilfe, die wir ihnen anbieten können“, berichtet sie aus dem Nähkästchen ihres Alltags. Ein Großteil der Anrufer sind Eltern mit kranken Kindern, die nicht sicher sind, ob sie schon zum Arzt gehen oder noch zuwarten sollen. „Sie sind wirklich sehr froh, wenn wir ihnen diese Entscheidung abnehmen.“ Dann gibt es  Anrufer, die einfach mit jemandem reden wollen oder ein paar Tipps möchten. Handelt es sich um einen Notfall, wird gleich ein Rettungswagen losgeschickt. Aber nicht alle wissen, was bei 1450 abgeht. Da brauche es noch etwas Aufklärungsarbeit, meint Jutta Andorfer, wenn sie von Patienten spricht, die sich Diagnosen oder sogar direkte Hilfe erwarten, wenn die Schulmedizin am Ende ist. VN-MM

„Die meisten Anrufer sind sehr dankbar für die Hilfe, die wir ihnen anbieten können.“

Zur Person

Jutta Andorfer

die diplomierte Kinderkrankenschwester ist eine Stimme der Gesundheitshotline 1450

Ausbildung Matura, dann 3-jährige Ausbildung in Innsbruck zur Diplom-Gesundheits- und Kinderkrankenschwester
Laufbahn
Kinderkrankenschwester, Produktionskoordinatorin beim Film, seit September 2017 Gesundheitsberaterin bei 1450

Familie zwei erwachsene Söhne, ein Enkelkind

  RFL

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