Vorarlberger, über die man spricht. Silke Ritter (44)

Stube nur für Mädchen

von Geraldine Reiner
Hereinspaziert in die „Gute Stube“: Silke Ritter möchte mit dem Mädchentreff eine Schnittstelle zwischen den Kulturen schaffen.  VN/Steurer

Hereinspaziert in die „Gute Stube“: Silke Ritter möchte mit dem Mädchentreff eine Schnittstelle zwischen den Kulturen schaffen.  VN/Steurer

Silke Ritter ist Regionalkoordinatorin für Flucht, Asyl und Integration – derzeit stehen die Frauen im Fokus.

Andelsbuch. (VN-ger) In das Büro von Silke Ritter kommen hauptsächlich die Männer, erzählt sie. Männer mit Fluchthintergrund, die Arbeit suchen, einen Deutschkurs besuchen, sich über rechtliche Angelegenheiten, Projekte, Förderungen informieren wollen. Oder die Frauen erzählen ihr im Rahmen der Deutsch- oder Arbeitsmarktintegrationskurse von ihren Kindern. „Doch die Mädchen sind irgendwie nicht vorhanden. Man sieht sie nicht, sie sitzen mehr oder weniger zu Hause“, stellt die Regionalkoordinatorin für Flucht, Asyl und Integration bei der Regio Bregenzerwald fest. Das soll sich nun ändern.

„Gute Stube“

Am Freitag öffnete der Interkulturelle Mädchentreff in der „Guten Stube“ in Andelsbuch erstmals seine Pforten. Eingeladen sind alle Mädchen aus anderen Kulturkreisen und aus dem Bregenzerwald zwischen 14 und etwa 21 Jahren. Die Einrichtung, die künftig einmal im Monat in Kooperation mit der Caritas, der Regio und der Offenen Jugendarbeit Bregenzerwald mit Leben gefüllt werden soll, beschreibt die 44-Jährige als eine Brücke zwischen den verschiedenen Kulturen, die ein Kennenlernen, ein Öffnen und ein voneinander Lernen ermöglicht.

Silke Ritter war etliche Jahre selbstständig, ehe sie vor einem Jahr über die Regionalentwicklung Vorarlberg die Stelle als Bregenzerwälder Regionalkoordinatorin für Flucht, Asyl und Integration antrat. „Wir haben schon ganz viele Menschen mit Fluchthintergrund, die super integriert sind, arbeiten und relativ gut Deutsch können“, freut sich die 44-Jährige.

100 Kinder und Jugendliche

Derzeit leben im Bregenzerwald rund 400 Flüchtlinge, darunter 100 Kinder und Jugendliche. „Es sind ganz viele da, die ihre Familien nachgeholt haben“, sagt die dreifache Mutter. Solange die Kinder in die Schule gehen, sei das kein Problem. Schwierig werde es mit dem Anschluss allerdings dann, wenn sie nicht mehr schulpflichtig sind. Vor allem für die Mädchen. „Wenn sie in einem geschützten Raum sind, dann dürfen sie kommen. Der Mädchentreff soll bewusst ganz unterschwellig sein, damit sich jeder traut herzukommen. Zusammensitzen, Musik hören, essen. Dass sie einfach für sich ein paar Stunden haben und nicht immer daheim sitzen. Wir fragen die Mädchen künftig auch, was sie gerne tun möchten, um daraus ein konkretes  Angebot zu schaffen“, blickt Silke Ritter in die Zukunft.

Die Mädchen sitzen mehr oder weniger zu Hause.

Silke Ritter

Zur Person

Silke Ritter

stellte in Kooperation mit der Caritas und der OJB den Interkulturellen Mädchentreff Bregenzerwald auf die Beine

Geboren: 6. Juni 1973

Wohnort: Egg-Großdorf

Familie: verheiratet mit Martin, drei Töchter (19, 17 und 13)

Ausbildung: Matura am BORG Egg, seit einem Jahr berufsbegleitendes Studium Soziale Arbeit an der FHV

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