Die „Österreich“ kommt bis 2018 wieder auf Deck

von Geraldine Reiner
Das Deck des künftigen Mueseumsschiffs "Österreich" ist insgesamt 54,5 Meter, der Aufbau für das Hauptdeck 32 Meter lang.

Das Deck des künftigen Mueseumsschiffs "Österreich" ist insgesamt 54,5 Meter, der Aufbau für das Hauptdeck 32 Meter lang.

Die ersten drei Aufbauteile für das Hauptdeck des Museumsschiffes sind  eingehoben.

Fußach. (VN-ger) Jürgen Zimmermann sieht das fertig eingerichtete Hauptdeck bereits vor sich: Der bugseitige Kapitäns-Dinner-Salon, der heckseitige Damen-Salon, die Bar in der Mitte des Raumes. „Das Deck ist insgesamt 54,5 Meter lang und der Deckaufbau 32 Meter lang“, erläutert der Geschäftsführer der Museumsschiff Oesterreich GmbH, während im Hintergrund per Mobilkran ein knapp vier Tonnen schweres Aufbauteil auf das Schiff gesetzt wird. Millimeterarbeit.

Vier Tieflader

Am 8. und 9. August 2016 wurde die „Österreich“ aus dem Wasser geholt. Seither steht das 1928 erbaute Motorschiff in einer Einhausung in der Fußacher Schiffswerft. Bevor die Spezialisten aus Linz ihre Arbeit aufnehmen konnten, mussten rund 50 Tonnen unbrauchbarer Schrott entsorgt werden. Am Ende blieben lediglich das Gerippe und die Außenhaut übrig. Gestern, Donnerstag stand ein weiterer „bedeutender Meilenstein der Schiffsrestaurierung“ an: Um halb sechs Uhr morgens bogen vier Tieflader, bestückt mit insgesamt sechs Aufbauteilen für das Hauptdeck sowie zwei Tanks, auf dem Fußacher Werftgelände ein. „Sie sind mit Polizeibegleitung aus Linz hergekommen“, berichtet Zimmermann. „Heute werden drei Teile und am kommenden Dienstag die nächsten drei Teile eingehoben.“

Der Verein Freundeskreis MS Österreich hat es sich zur Aufgabe gemacht, das älteste Motorschiff auf dem Bodensee wieder im historischen Zustand erstrahlen zu lassen. „Alle Teile werden exakt nach den alten Plänen nachgebaut, allerdings werden die heutigen Techniken angewendet“, führt der Museumsschiff-Oesterreich-Geschäftsführer aus. Die komplette Restaurierung, die über Gesellschaftereinlagen, Patenschaften für Objekte am Schiff, Förderungen und Kredit finanziert wird, kostet knapp 7,5 Millionen Euro. „Die Gesamtfinanzierung ist auf einem sehr guten Weg“, sagt Zimmermann. „Der Förderverein benötigt noch rund 300.000 Euro an Patenschaften für das Schiff, damit wir unseren Finanzplan erfüllen können.“ 

280 Speiseplätze

Bis die „Österreich“ als Veranstaltungsschiff mit 140 Speiseplätzen innen und ebenso vielen außen wieder in See stechen kann, dauert es allerdings noch mindestens ein Jahr. In einem nächsten Schritt gilt es den kompletten Rumpf zu konservieren, die Antriebswellen einzurichten, den Propeller zu setzen, das Bugstrahlruder einzubauen sowie diverse Arbeiten an der Ruderanlage zu erledigen. „Die Gesamtzulassung ist für 350 Personen, die alte Zulassung war für 700 Personen“, gibt Zimmermann einen ersten Vorgeschmack auf das, was die Passagiere künftig erwartet.

<p class="caption">Die Bauteile wurden knapp 15 Meter hoch in die Einhausung eingehoben.  Fotos: VN/Steurer</p>

Die Bauteile wurden knapp 15 Meter hoch in die Einhausung eingehoben.  Fotos: VN/Steurer

Alle Teile werden exakt nach den alten Plänen nachgebaut.

Jürgen Zimmermann
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