Der Helfer in allen Lebenslagen

von Klaus Hämmerle
Bei Gottfried Feurstein sind viele Vorarlberger gut aufgehoben.  Foto: VN/Paulitsch

Bei Gottfried Feurstein sind viele Vorarlberger gut aufgehoben.  Foto: VN/Paulitsch

Viele Menschen stellen VN-Ombudsmann Gottfried Feurstein Fragen zum Pflegeregress.

Schwarzach. Seine Sprechstunden sind Woche für Woche voll und das nicht ohne Grund. Die Menschen wissen schließlich, was sie an VN-Ombudsmann Gottfried Feurstein (78) haben. Nicht selten ist er für Hilfesuchende der letzte Rettungsanker. Dank seiner großen Erfahrung und seiner hervorragenden Kontakte, erreicht er oft Lösungen, welche die Betroffenen kaum mehr für möglich gehalten hätten.

Erfolg in Wien

Eine Lustenauerin durfte das unlängst freudig erfahren. Die Frau erhielt eines Tages vom Magistrat der Stadt Wien eine Strafverfügung und einen Strafbescheid. Sie habe in der Stadt ihr Fahrzeug im Parkverbot abgestellt und sollte eine nicht geringe Strafe zahlen. Der Haken an der ganzen Sache: Die Frau war gar nicht in Wien, obwohl das Kennzeichen ihres Pkw im Strafbescheid vermerkt war. Zugestellt wurde ihr das ärgerliche Dokument von
der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn, und zwar ohne dass die Frau vorher zu einer Stellungnahme von der Behörde aufgefordert worden wäre. „Das macht man eigentlich nicht“, übt Feurstein Kritik an der BH-Vorgangsweise.

Doch die Frau hatte ja ihn. „Ich habe dann mit dem zuständigen Wiener Magistrat, von dem der Strafbescheid geschickt wurde, Kontakt aufgenommen“, erzählt der Ombudsmann. Und weiter: „Die mündliche Intervention nutzte noch nichts. Also legten wir schriftlich Beschwerde ein.“ Und siehe da: Das Verfahren wurde daraufhin eingestellt, die Frau aus Lustenau hatte ihren Albtraum los. Nachweislich war nämlich nicht nur sie zum angegebenen Zeitpunkt nicht in der Bundeshauptstadt, auch ihr Pkw war es nicht. „Hier ist einfach eine Schlamperei passiert. Jene Person, die die Nummer eines falsch geparkten Pkw notiert hatte, schrieb falsche Zahlen auf und plötzlich steckte eine völlig unschuldige Person in Schwierigkeiten“, berichtet Feurstein.

Ausweis bekommen

Auch für eine andere Unterländerin wurde der Ombudsmann zum Retter. Besagte Person ist behindert und daher auch im Besitz eines Behindertenausweises. Doch als Inhaber eines solchen Dokuments hat man nicht automatisch auch ein Anrecht auf einen Ausweis, der zum Parken auf einem Behindertenparkplatz berechtigt, womit man ebenfalls Begünstigungen bei der Kfz-Steuer sowie eine Gratisvignette für die Autobahn erhält.

Ein Jahr kämpfte die gehbehinderte Frau vergeblich um einen Behindertenparkplatzausweis. „Die Frau wurde von einer Stelle zur nächsten geschickt. Niemand schenkte ihr mit ihren berechtigen Sorgen wirklich Gehör“, berichtet Feurstein. Das änderte sich erst, als der VN-Ombudsmann und frühere ÖVP-Sozialsprecher im Nationalrat tätig wurde. „Wir haben einen Antrag gestellt und ärztliche Unterlagen beigelegt. Dann bekam sie den Behindertenparkplatzausweis“, freut sich Feurstein.

Warum man mit einem Behindertenausweis nicht automatisch auch ein Dokument erhält, das zum Parken auf einem Behindertenparkplatz berechtigt? „Weil man in diesem Fall den Beweis antreten muss, dass man nicht mehr weiter als 400 Meter gehen kann. Das konnten wir“, erzählt Feurstein.

Theme Pflegeregress

Der VN-Ombudsmann wird in seinen Sprechstunden mit der ganzen Bandbreite von Sorgen und Nöten vieler Menschen konfrontiert. „Derzeit herrscht große Verunsicherung wegen der Abschaffung des Pflegeregresses. Viele Menschen wissen nicht, was sie tun sollen. Ich rate in der jetzigen Situation allen, bei der zuständigen Stelle einen Antrag auf Rücktritt der Behörde vom Pfandrecht im Grundbuch zu stellen. Wer sich unsicher ist, soll zu mir kommen.“ Abgeschafft werde der Pflegeregress auf Privatvermögen erst mit erstem Jänner 2018, betont der VN-Ombudsmann, der sich bei den vielen kniffligen Fragen bestens auskennt.

Es ist dieses breite Wissen, mit dem Feurstein bei kompliziert scheinenden Sachfragen oft schnelle und effiziente Hilfe anbieten kann. „Da reichen gelegentlich ein paar Hinweise, und schon kann den Menschen geholfen werden“, sagt der VN-Ombudsmann, dem Erfolge bei seinen Interventionen große Freude bereiten. Seine wöchentlichen Sprechstunden in den vier Bezirken sind stets voll. Pro Sprechstunde beschäftigt sich Gottfried Feurstein mit bis zu zehn Fällen. Seine nächste Beratung hat der VN-Ombudsmann in Feldkirch.

Oft fehlt den Sprechstundenbesuchern nur das Wissen, wie man ein Problem lösen kann.

Gottfried Feurstein
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