Im Alleingang bis nach Frankreich

von melanie fetz
Nadija Pretterhofer und ihre Mischlingshündin Topa sind inzwischen wieder vereint und ein Herz und eine Seele.  Foto: VN/Paulitsch

Nadija Pretterhofer und ihre Mischlingshündin Topa sind inzwischen wieder vereint und ein Herz und eine Seele.  Foto: VN/Paulitsch

Topa büxte in Frastanz aus. Ihre Tour endete erst nach sieben Monaten im Elsass.

Frastanz. Die unglaubliche Reise der kleinen Topa beginnt am 28. November 2016: Die Mischlingshündin büxt in Frastanz trotz Sicherungsgitter durch die Terrassentür aus. Besitzerin Nadija Pretterhofer versucht noch, ihr nachzulaufen, doch Topa ist bereits über alle Berge. Die Familie verständigt die Polizei und das Tierheim und bittet auf Facebook um Hinweise. Nach drei Tagen geht die erste Meldung ein, dass Topa in Feldkirch gesichtet wurde. Hoffnung keimt auf, aber die Tour sollte noch lange nicht vorbei sein. Topa unternimmt nicht nur einen ausgedehnten Streifzug durch Vorarlberg, sondern macht sich auch in Deutschland und Frankreich auf Entdeckungsreise, ehe sie nach sieben Monaten schließlich im Elsass hängenbleibt.

Vor den Tod bewahrt

Inzwischen ist die kleine Ausreißerin wieder in ihrem Zuhause in Frastanz. „Es ist ein Wunder, dass wir Topa noch finden konnten“, sagt Nadija Pretterhofer und streichelt ihrem Liebling über das Fell. Die 38-Jährige hatte die Hündin aus einem Tierheim in Weißrussland geholt. Dieses sollte geschlossen und alle Tiere in eine Tötungsstation verfrachtet werden. „Ich weiß, dass es zu diesem Thema unterschiedliche Meinungen gibt. Aber für mich zählt jedes gerettete Lebewesen“, sagt die Hundeliebhaberin. Topa war erst seit eineinhalb Tagen in Frastanz gewesen, als sie sich auf Tour machte. „Sie war noch sehr scheu und ängstlich. Deshalb war es auch schwierig, sie einzufangen“, erzählt Pretterhofer.

Unterstützung erhielt die Familie bei der Suche zuerst vom Tierschutzverein Oberland, dann von Mitgliedern des Tierschutzvereins Rankweil. Diese posteten regelmäßig Updates, halfen Flyer zu verteilen und begleiteten die Suche über sieben Monate hinweg. „Viele Menschen haben sich gemeldet und geholfen“, erzählt Pretterhofer, die inzwischen selbst Mitglied des Tierschutzvereins Rankweil ist. Die Mischlingshündin wurde unter anderem in Rankweil und Übersaxen gesichtet. Später im Bregenzerwald und in Hörbranz. Die Besitzerin holte sich Tipps bei einem Fachmann in Deutschland, der ihr riet, Futterstellen in einem bestimmten Abstand auszulegen.

„Ein paar Mal wäre es uns fast gelungen, Topa zu fangen“, berichtet die Frastanzerin. Als aber freiwillige Helfer versuchten, sie in Hörbranz einzufangen, flüchtete die Hündin über die Grenze. Gesehen wurde sie später noch in Scheidegg, dann herrschte längere Zeit Funkstille, bis sie plötzlich in Karlsruhe auftauchte. „Ich dachte schon, dass etwas Schlimmes passiert ist und hatte die Hoffnung aufgegeben“, sagt die Besitzerin. Ende Mai kam dann der Anruf der Deutschen Datenbank Tasso, bei der die Hündin registriert war. Topa war in Frankreich in der elsässischen Gemeinde Ebersheim gefunden worden.

„Ich konnte es zuerst gar nicht glauben“, sagt Pretterhofer. Einer Frau war es gelungen, die Ausreißerin anzufüttern. Im Tierheim wurde der Chip gelesen und die Helfer in Frankreich erfuhren, dass es sich bei Topa um eine Österreicherin handelt. Die Familie Pretterhofer holte ihren Schützling ab. Topa war zwar noch verängstigt, aber kerngesund. Inzwischen hat sich Topa sehr gut eingelebt und folgt ihrem Frauchen auf Schritt und Tritt. „Sie ist sehr anhänglich und zur Ruhe gekommen“, erzählt Pretterhofer. Was Topa auf ihrer Tour alles erlebt und wie sie es bis ins Elsass geschafft hat, wird aber wohl das Geheimnis der Ausreißerin bleiben.

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