Land eilt Landwirten zu Hilfe

von Tony Walser
Abgeltung für bäuerliche Leistungen in Bergregionen steht im Mittelpunkt einer Förderung. Foto: VN/L. Berchtold

Abgeltung für bäuerliche Leistungen in Bergregionen steht im Mittelpunkt einer Förderung. Foto: VN/L. Berchtold

7,52 Millionen Euro. Diese Summe wird das Land als Leistungsabgeltung ausschütten.

Bregenz. Mit dieser stolzen Summe eilt das Land heuer den Landwirten finanziell zu Hilfe. Damit sollen die ökonomischen und ökologischen Ziele der Landwirtschaftsstrategie 2020 „Ökoland Vorarlberg – regional und fair“ vorangetrieben werden. Vor allem jenen bäuerlichen Betrieben, die mit naturbedingten Nachteilen in den extremen Bergregionen in Vorarlberg wirtschaften müssen, soll so finanziell unter die Arme gegriffen werden. Aus der Sicht des Landes sei es notwendig, dass die Arbeit zur Bewirtschaftung der Flächen in Vorarlberg aus öffentlichen Mitteln abgegolten wird, lautet der Tenor im Landhaus.

Kein Sojafutter auf Alpen

Bei der Leistungsabgeltung für das laufende Jahr wurden die Schwerpunkte vor allem auf die Unterstützung bei der Viehhaltung und die Ausschüttung einer Alpungsprämie gelegt. Darüber hinaus werden für besondere ökologische Leistungen Abgeltungen gewährt. Aufgrund der besonderen Bedeutung für die Kuhhaltung im Land wurde bereits in den Vorjahren ein Vorarlberger Modell für die Unterstützung der Viehhaltung eingeführt und ausbezahlt, erklärt Agrarlandesrat Erich Schwärzler (64, VP) im VN-Gespräch. „Der Schwerpunkt liegt dabei auf Betrieben in extrem benachteiligten Gebieten. Wegen des Verfalls des Milchpreises und nach Auslaufen der Milchquote und dem Ende der Milch- und Mutterkuhprämien wurden die Gesamtmittel bereits im Vorjahr erhöht.“ Diese Erhöhung werde auch im laufenden Jahr 2017 beibehalten. „Bei der Unterstützung der Alpbewirtschaftung liegt uns viel daran, dass den Milchkühen auf den betroffenen Alpen kein Sojafutter sowie gentechnisch verändertes Kraftfutter gefüttert werden darf. Und dass auf Ausbringung von Klärschlamm verzichtet wird.“

Ökologische Leistung gefragt

Die Höhe der ausbezahlten Geldmittel für diese Maßnahmen basieren auf den ökologischen Leistungen. Weiters werden erstmals besondere Ökoland-Maßnahmen ausbezahlt. Damit sollen die ökologischen Kreisläufe forciert und der Selbstversorgungsgrad bei Getreide, Obst und Marktfrüchten gesteigert werden. Auch LH Markus Wallner (50, VP) bricht eine Lanze für die Bauern im Land: „Das Land steht zu seinen Bauern als wichtige Gestalter und Erhalter einer gepflegten vielfältigen Kulturlandschaft, als Produzenten hochwertiger, naturnah erzeugter Lebensmittel und  als verantwortungsbewusste Tierhalter. Ihre unverzichtbaren Leistungen als Grundlage für lebendige ländliche Räume, Lebensqualität und Tourismus verdienen vollste Anerkennung und sind fair abzugelten.“

2700 Bauern erhalten Geld

Und für Landesrat Schwärzler steht nach einem Blick auf die Fakten längst fest: „Obwohl das bäuerliche Einkommen um sieben Prozent zugenommen und sich trotz schwieriger Marktbedingungen positiv entwickelt hat, wäre ohne diese Leistungsabgeltung eine naturnahe bäuerliche Bewirtschaftung unserer Bergregionen nicht möglich.“  Zusammengerechnet erhalten während des laufenden Jahres rund 2700 Empfänger die besagten 7,52 Millionen Euro. „Das Land ist und bleibt deshalb bei den Leistungsabgeltungen für die Bauern auch im zweiten Jahr der stärkste Finanzierungspartner, während die Anteile von Bund und EU tendenziell zurückgehen.“

Abgeltung der Leistungen

In Talbetrieben werden 87 Prozent des Einkommens über die Produktion und 13 Prozent über Leistungsabgeltungen erwirtschaftet, im Berggebiet 22 Prozent über die Produktion und 78 Prozent über die Leistungsabgeltungen. Schwärzler: „Mit der Unterstützung des Landes werden die gewünschten gesellschaftlichen Leistungen der Bauern, zum Beispiel als Erhalter unserer beeindruckenden Landschaft, als Träger des ländlichen Raumes oder als Produzenten von hochwertigen Lebensmitteln, abgegolten.“

Es ist notwendig, dass die Arbeit zur Bewirtschaftung der Flächen im Land abgegolten wird.

Erich Schwärzler, Agrarlandesrat
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