Parkchaos auf Rastplätzen

von melanie fetz

Parkplatzausbau und Stellplatz-Infotafeln sollen Situation auf A 14 entschärfen.

Hohenems. Auf den Rastplätzen entlang der Rheintalautobahn geht es abends und am Wochenende teilweise zu wie an heißen Sommernachmittagen auf Liegenwiesen im Schwimmbad. Nur sind es statt Handtüchern Camper, Busse, Autos und Lastwagen, die sich dicht aneinanderreihen. Zwischendurch schlängelt sich mitunter auch noch ein Motorradfahrer vorbei. Die Parkplatzsituation ist nicht nur für Reisende, die unterwegs kurz mal eine Pause einlegen wollen, eine nervige Herausforderung, sondern vor allem auch für Lastwagenfahrer, die ihre Ruhezeiten einhalten müssen. Die verzweifelte Suche nach einem Stellplatz wird für so manchen Kraftfahrer vor allem in der Urlaubszeit zur echten Belastungsprobe.

Entlang der Strecke zwischen Hörbranz und dem Klostertal-Arlberg-Gebiet gibt es zu wenig Lkw-Stellplätze, heißt es seitens der Vorarlberger Autobahnpolizei auf Nachfrage. Wochentags seien die Rastplätze ab 20 Uhr meistens voll belegt. Am Samstag sei ab 15 Uhr wegen des Wochenendfahrverbots oft überhaupt kein Parkplatz mehr zu kriegen.

Pause auf Pannenstreifen

Die Beschwerden der Autofahrer häufen sich, weil Kraftfahrer mit ihren Lkw-Zügen deswegen auf Pannenstreifen oder mitunter gar unbeleuchtet auf Einfahrts- oder Durchfahrtspuren stehen. „Das kann gefährlich werden, weil Pkw-Lenker nicht damit rechnen“, sagt ein Beamter. Die Autobahnpolizei ist gezwungen einzuschreiten und die Lkw-Fahrer regelrecht zu verschicken. Teilweise setzt es auch Geldstrafen. „Die Fahrer müssen die Sozialvorschriften einhalten, aber es fehlt die Infrastruktur. Es kann nicht sein, dass wir auch noch bei der Parkplatzsuche behilflich sein müssen“, heißt es weiter.

„Die Situation wird von Jahr zu Jahr schlimmer“, sagt der Dornbirner Willi Hensler. Er ist seit 35 Jahren Mitglied der Internationalen Vereinigung der Berufskraftfahrer. Als ehemaliger Sprecher der Vereinigung beobachtet er die Entwicklung seit Jahren europaweit. „Die Fahrer sind teilweise gezwungen, sich am Rande der Legalität zu bewegen, da es einfach nicht genügend Stellplätze gibt“, meint er. Geparkt werden müsse sogar bei An- und Ausfahrtsspuren von Raststätten. Werden die Fahrer weggeschickt, war’s das mit der Ruhezeit. Dann muss der Fahrtenschreiber zurückgestellt werden. Und nicht nur das: Sind die Fahrer müde, werde das Ganze zum Sicherheitsrisiko.

Stark aufgeholt

Österreichweit sei zwar, was die Parkplätze betrifft, bereits stark aufgeholt worden. „Sobald aber eine Hauptroute gesperrt wird und mehr Lkw durch das Land rollen, gibt es ein Problem“, ist sich Hensler sicher. Die ganze Thematik zieht einen Rattenschwanz hinterher, erklärt er weiter. Die Kraftfahrer müssten nämlich teilweise auf unbeleuchteten Plätzen ihre Ruhezeiten einlegen. Das ist nicht ungefährlich, da wiederum Diebe angelockt würden.

Bei der Asfinag ist die Situation um die mangelnden Stellplätze bekannt. Bislang habe es beim Straßenerhalter selbst aber keine Beschwerden von Autofahrern oder der Exekutive gegeben, sagt Geschäftsführer Stefan Siegele auf VN-Anfrage. Insgesamt gebe es entlang der Strecke 107 Lkw-Stellplätze und 564 Auto-Parkplätze. Dass es derzeit teilweise zur Überfüllung der Parkplätze kommt, liege wahrscheinlich daran, dass in Hörbranz die Raststätte gebaut wird.

„2015 gab es eine Evaluierung. Diese hat ergeben, dass tatsächlich 70 Stellplätze fehlen“, berichtet Siegele. Zusätzliche Stellplätze soll es künftig in Hörbranz an der A 14 geben. Zudem sei der Ausbau der Parkplätze entlang der Walgau-Autobahn geplant, um 40 weitere Stellplätze zu erhalten. „Damit wäre das Manko kompensiert.“ Wann in Schlins und Satteins gebaut werden soll, ist allerdings noch unklar. Derzeit wird an den Einreichplänen gearbeitet.

Da die Zahl der Lkw zunimmt, gibt es laut Asfinag-Geschäftsführer auch konkrete Überlegungen, bestehende Rastplätze mit einfachen Maßnahmen um vier bis fünf Plätze zu erweitern. Eine Erleichterung für die Fahrer sollen ab 2018 zudem Stellplatz-Informationstafeln entlang der Strecke bringen, die von den Asfinag-Mitarbeitern laufend aktualisiert werden sollen. Infotafeln und Kameras seien bereits da. Mit dieser Maßnahme sollen die Parkplätze optimal gefüllt werden können.

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