Umbau ruft Neos auf den Plan

von Michael Gasser
Die Zusammenlegung der Kassen bereitet Sorgen. VN/Steurer

Die Zusammenlegung der Kassen bereitet Sorgen. VN/Steurer

Nationalrat Loacker kritisiert lockeren Umgang mit Geld. VGKK weist Vorwürfe zurück.

Schwarzach. Die Baugerüste am Hauptstandort der Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK) in Dornbirn sind Neos-Gesundheitssprecher Gerald Loacker ein Dorn im Auge. Seit er in einer parlamentarischen Anfrage Ende Juli Details zum Bauvorhaben recherchieren ließ, hat sich für ihn ein lockerer Umgang mit Versichertengeld bestätigt. „Um einzelne Ziele der Baumaßnahmen zu erreichen, hätten es auch weniger aufwendige Maßnahmen getan“, so Loacker. Bei Organisationen, die relativ viel Geld hätten, sei eben die Versuchung groß, sich für die große Lösung statt für eine sparsame Lösung zu entscheiden, kritisiert der Nationalratsabgeordnete.

Konkret geht es um einen Umbau der Kassenzentrale, der bis Ende 2018 dauern und in Summe rund 4,3 Millionen Euro kosten wird. Er soll in erster Linie einer Verbesserung des Kundenservice dienen, wie die Krankenkasse auf VN-Anfrage wissen lässt. So sollen die Beratungsleistungen im Erdgeschoß konzentriert werden und die Ausgabe von Heilbehelfen vom Keller ebenfalls ins Erdgeschoß verlegt werden. Als weiteren Punkt nennt die VGKK die Schaffung von Veranstaltungsräumlichkeiten, die öffnungsunabhängig zur Verfügung stehen. Genau das, so glaubt Loacker, hätte man mit einem entsprechenden Zutrittssystem deutlich billiger lösen können. Zudem fragt er, inwiefern es nach nur etwas mehr als zehn Jahren Nutzung einen Umbau in diesem Ausmaß brauche, wenn das Gebäude von der Kapazität der Mitarbeiter ausreichend ist. Bei der VGKK heißt es dazu, der Bedarf für diese Optimierung des Kundenservice sei durch den Hauptverband der Sozialversicherungsträger bestätigt und die Arbeiten vom Ministerium genehmigt worden.

Für den Neos-Abgeordneten zeigen indes weitere aktuelle parlamentarische Anfragen, dass am falschen Ort gespart werde. Zu viel Geld fließe in die Strukturen. So seien die Personalkosten der VGKK zwischen 2010 und 2017 vom 22,1 Millionen Euro auf 26 Millionen gestiegen und damit deutlich über der Inflation. Auch der Aufwand für Pensionen steige weiter, obwohl immer von einer Auslaufregelung die Rede sei. Gespart werde jedenfalls am Patienten und nicht am System. Mit Versichertengeld würde zu großzügig umgegangen, sodass es zu einer Verknappung von Leistungen komme, so Loackers harsche Kritik.

„Das Gegenteil ist richtig“

Eine Kritik, die die Kasse auf das Schärfste zurückweist. „Die VGKK hat ihre Leistungen an die Versicherten ganz im Gegenteil in den letzten Jahren stark ausgebaut“, so Obmann Manfred Brunner in einer Stellungnahme. Das betreffe die verschiedensten Bereiche wie Vorsorge- und Gesundheitsförderung, die ärztliche Hilfe, den Medikamentenbereich und auch die Zahnbehandlung. Brunner nennt Beispiele wie Darmkrebsvorsorge, Brustkrebsfrüherkennung, neue innovative Medikamente oder auch die Gratiszahnspange. „Allein im vergangen Jahr betrug der Zuwachs an Versicherungsleistungen gegenüber dem Vorjahr rund 23 Millionen Euro“, untermauert der Kassenobmann seine Argumente mit konkreten Zahlen. Auch die Kritik, dass im eigenen System zu wenig gespart werde, weist Brunner zurück. So sei es in den letzten drei Jahren trotz zusätzlicher Belastungen mit neuen gesetzlichen Aufgaben zu Aufwandsrückgängen bei den Verwaltungskosten gekommen. „Die VGKK ist auf ihre schlanke Verwaltung zurecht stolz“, so Brunner.

Mit Geld der Versicherten wird zu großzügig umgegangen.

Gerald Loacker, Neos
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