30 Jahre Erasmus. VN-Interview mit Natalie Eller (Teil 4/4)

Im Einsatz für soziale Projekte

Natalie Eller absolviert derzeit einen Europäischen Freiwilligendienst (EFD) in den Niederlanden.

Röthis. (VN) Nachdem die 20-Jährige an der BAKIP in Feldkirch maturierte, hat es sie aus Vorarlberg in die große weite Welt hinaus gezogen. Seit Anfang September 2016 ist Eller im Rahmen des „Erasmus+-Programms“ bei der Organisation „Humanitas“ in den Niederlanden tätig.

Was sind deine Aufgaben als europäische Freiwillige?

Eller: Die Organisation „Humanitas“ in den Niederlanden hat es sich zum Ziel gesetzt, Menschen mit psychischer Beeinträchtigung im Alltag zu unterstützen. Sie leiden beispielsweise an Depression, Schizophrenie, Autismus, Persönlichkeitsstörung, Borderline oder niedrigem IQ. Meine Aufgabe ist es, mit ihnen persönlich in Kontakt zu kommen und mit ihnen Dinge zu unternehmen, wie spazieren, kochen, Gespräche führen oder etwas zusammen gestalten.

Was war deine Motivation, einen EFD in den Niederlanden zu absolvieren?

Eller: Für mich war nach meiner Schulzeit klar, dass es Zeit wird, einmal in die große weite Welt hinauszugehen und dem Vorarlberger Alltag zu entkommen. Da ich selbst noch mehr Erfahrung im sozialen Bereich sammeln und nicht viel Geld investieren wollte, hat sich der EFD gut angeboten. Da mich Amsterdam bei einem früheren Besuch verzaubert hatte und ich mir deshalb vorstellen konnte, in diesem Land zwölf Monate zu verbringen, habe ich mich in den Niederlanden für den EFD beworben.

Welche Eindrücke hast du vom Land, den Leuten und dem Projekt gewinnen können?

Eller: Unglaublich positiv. Ich denke, diese zwei Worte beschreiben meine Eindrücke am besten, denn die Niederlande und mein Leben hier machen mich unendlich glücklich und ich kann sagen, dass ich mich hier zu Hause fühle. Natürlich hatte ich zu Beginn meine Bedenken, mit zwölf unbekannten Freiwilligen zusammenzuarbeiten und das auch noch in einem Land, in dem ich die Sprache anfangs weder verstanden habe noch sprechen konnte. Diese Zweifel wurden jedoch gleich über Bord geworfen, denn durch die Multikulturalität unserer Gruppe bereichern wir uns gegenseitig. Auch mein Projekt könnte nicht besser sein. Mittlerweile spreche ich fließend Niederländisch, was ich großteils meiner Arbeit zu verdanken habe, da es wirklich notwendig ist, sich verständigen zu können.

Was sind deine wichtigsten Lernerfahrungen?

Eller: Meine Lernerfahrungen reichen von sprachlichen, kulturellen, sozialen bis hin zu persönlichen Kompetenzen. Eine sehr bedeutende Erfahrung, die ich mitnehme, ist das Genießen von Momenten. Ich selbst bin eine Person, die oft in der Zukunft lebt und immer an morgen denkt. Durch den EFD ist mir klar geworden, wie wichtig es ist, auch einmal im Hier und Jetzt zu sein und einfach jeden Augenblick entgegenzunehmen. Ich bin dankbar all das erleben zu dürfen.

Was sind deine Pläne nach dem EFD?

Eller: Nach meinem EFD möchte ich „Soziale Arbeit“ studieren. Dies war schon zuvor mein Plan. Doch der EFD hat mir definitiv gezeigt, dass das das Richtige ist. Vor allem durch meine berufliche Erfahrung hier wurde ich in meinem Entschluss für diesen Studiengang bestätigt.

Beim EFD habe ich gelernt, die Momente zu genießen.

Natalie Eller
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