Pläne für den Bahnhof in Bregenz vor Einreichung

von Michael Gasser
Hubert Rhomber, Seequartier-Sprecher.

Hubert Rhomber, Seequartier-Sprecher.

Bahnhofsneubau als Startschuss für 150 Millionen teures Projekt Seequartier.

Bregenz. Die Nachricht vom Aus der Seestadt Anfang Jahr war ein schwerer Schlag für Bregenz. Shoppingmall, Büros und Wohnungen hätten in bester Lage entstehen und die Attraktivität der Landeshauptstadt steigern sollen. Projektbetreiber PRISES (Prisma Holding, SES Spar European Shopping Centers) zog jedoch die Notbremse, weil die Kosten überraschend explodiert waren.

Zeitlich um ein Jahr versetzt wollte eine zweite Betreibergruppe um Rhomberg Bau sowie die i+R Gruppe in unmittelbarer Nähe mit dem Bau des Seequartiers beginnen. Die Zäsur durch den Seestadt-Stopp haben Stadt Bregenz und Projektbetreiber jetzt für die Optimierung der Planungen genutzt. „Uns war es wichtig, den Bahnhof und Vorplatz zu priorisieren“, sagt Bürgermeister Markus Linhart (57). Bei den Seequartiersbetreibern sei man auf offene Ohren gestoßen. Diese sehen in der veränderten Situation durchaus auch Chancen. So werden aktuell die Pläne für den Bahnhofsneubau optimiert. „Bahnhof und öffentlicher Nahverkehr rücken enger zusammen“, erklärt Hubert Rhomberg (49), Sprecher der Seequartiersbetreiber, die Weiterentwicklung des ursprünglichen Konzepts. Wesentlich geht es dabei um den großzügig bemessenen Vorplatz, der im Einvernehmen mit dem Land nun durchgehend überdacht werden soll. Das bringt eine deutliche Komfortsteigerung, verlangt aber auch einen Feinschliff der Pläne. So arbeitet das Architektenteam von Dietrich/Untertrifaller bereits mit Hochdruck an einer Lösung.

Visitenkarte der Stadt

Stadt Bregenz und Betreiber sind sich einig: Der neue Bahnhof mit Vorplatz wird die Visitenkarte. Man wolle ein prominentes Projekt realisieren, so Bürgermeister Linhart. Eines, das der Stadt mit ihrem kulturellen Schwerpunkt gerecht werde, ergänzt Rhomberg im gemeinsamen Gespräch mit den VN.

Der Feinschliff am Konzept läuft. Er werde das Projekt kaum verzögern, heißt es seitens der Betreiber. Die offizielle Einreichung der Pläne steht demnach unmittelbar bevor. Gebaut wird in mehreren Etappen. Gleich zu Beginn stehen der Bahnhof mit Vorplatz sowie ein Hotelneubau auf dem Programm. Rund 140 Betten soll das Haus im gehobenen 4-Sterne-Niveau bieten, zudem ist eine öffentliche Nutzung des Dachgeschoßes vorgesehen. Einen Hotelbetreiber gibt es noch nicht. Zeitgleich sollen auf einem weiteren Baufeld (siehe Grafik) die beiden von Stararchitekt Dietmar Eberle (64) entworfenen Türme mit Büros, Handelsflächen und Wohnungen entstehen. An der Umsetzung werde mit Hochdruck gearbeitet, versichert Hubert Rhomberg. Weitere Bauabschnitte werden folgen. Ein konkreter Zeitplan dafür existiert nicht. Es soll eine Genehmigung für das Gesamtprojekt geben. Das dritte Baufeld solle im Sinne der Stadtentwicklung dann in Angriff genommen werden, wenn der Markt es erlaubt. Das Investitionsvolumen beziffert Rhomberg mit insgesamt 150 Millionen Euro.

Fertigstellung 2020/21

Der neue Bregenzer Bahnhof könnte in drei bis vier Jahren stehen. „Wir gehen von einer Verdoppelung der Kapazitäten aus“, erklärt der Bregenzer Stadtplaner Bernhard Fink (49). Die heute täglich 8000 Bewegungen würden demnach auf 16.000 anwachsen. Bei der Infrastruktur soll die neue Mobilitätsdrehscheibe eine Vorreiterrolle spielen und die langfristigen Bedürfnisse und Entwicklungen abbilden.

Beginnen werden die Arbeiten mit einer breiten Unterführung, die nicht nur die Bahnsteige erschließe, sondern als Verbindung der bergseitigen Stadt zum See zu sehen sei, beschreibt Rhomberg die Bauphasen. Umgesetzt wird in einem ersten Schritt auch eine Tiefgarage mit 500 Stellplätzen sowie Möglichkeiten zur Erweiterung. Hier seien auch weiterhin die ursprünglichen Seestadtbetreiber mit an Bord. Die Tiefgarage sei der Kern des Gesamtprojekts, so Bürgermeister Markus Linhart. „Es ist allen klar, dass es unter dem Boden nur eine gemeinsame Lösung geben kann“, macht der Stadtchef deutlich.

Wir haben die Situation genutzt, um den Bahnhof zu priorisieren.

Bgm. Markus Linhart
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