Kommentar

Klaus Hämmerle

Fahrig

In Finnland, einem Vorzeigeland in Sachen Schulentwicklung, gelang die Bildungsreform erst, als sich die Politik nicht mehr einmischte.

 

Bei uns in Österreich sind wir davon weit entfernt. Im Bund will sich der für die Entwicklung der Bildungsreform ebenfalls zuständige ÖVP-Minister Harald Mahrer plötzlich nicht mehr daran erinnern, dass er den „Vorarlberger Freunden“ für die Entwicklung einer „ganz neuen Schule“ das Beste wünschte. Laut Mahrer im Juni 2016 könne das neue Modell bei richtiger Umsetzung sogar wesentlich kompetitiver und leistungsorientierter sein als Gymnasien. Heute erklärt Mahrer, er wolle ein differenziertes Schulsystem. Modellregion Vorarlberg, Forschungsprojekt, gemeinsame Schule – kein Wort mehr von alledem.

 

Fahrig diktiert die Parteipolitik Inhalte und Wege der Bildungsreform. Dazu liefert auch der Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner seinen Beitrag. Er betreibt Kindesweglegung. Nichts vom so akribisch erarbeiteten und groß gefeierten Schulforschungsprojekt mit seinem klar formulierten Ziel, der Schaffung von Voraussetzungen zur Einrichtung einer gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen, wird da vom Land ins Bildungsreformpaket hineinreklamiert. Lieber schimpft der Landeshauptmann auf den politischen Gegner, wirft diesem Unbeweglichkeit und Sturheit vor.

 

Warum macht Wallner das? Warum kann er im Bund nicht genau jetzt stolz sein auf das, was Vorarlberg zu diesem Thema geleistet hat und politisch im Landtag auf uneingeschränkte Zustimmung trifft?

Der Verdacht liegt nahe: Es geht um „höhere“ Interessen als die Sache selbst.

Einmal mehr.

klaus.haemmerle@vn.at,
05572/501-634

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