Hinter den Kulissen. Politik, Personen und Parteien

Muezzin im Europa-Ausschuss

Volksvertreterin Cornelia Michalke: Lapsus mit Smartphone? VN

Volksvertreterin Cornelia Michalke: Lapsus mit Smartphone? VN

Süffisant. Richtiger Umgang mit Smartphones will gelernt sein. Hat Mann oder Frau das Gerät nicht im Griff, so kann dies für Irritationen sorgen. Beispiel dafür soll Cornelia Michalke (60) als freiheitliche Vertreterin im Europa-Ausschuss mit LT-Präsident Harald Sonderegger (52, VP) als Obmann geliefert haben. Die Höchsterin soll sich während der jüngsten Sitzung mit dem Handy beschäftigt und darauf vergessen haben, ihr Gerät in den Modus lautlos zu schalten, erzählen Mitglieder des Ausschusses. Die Folge davon dürfte ihr die Röte ins Gesicht getrieben haben: Aus dem Smartphone ertönten plötzlich „Muezzin-Rufe“. Ob die Mandatarin oder eben einer ihrer Parteifreunde den Ruf eines Muezzins als Klingelton bevorzugt oder ungewollt ein Video in Gang gebracht hatte, ist nicht bekannt. Fest steht, dass Vertreter von Volkspartei, Sozialdemokraten und Grünen süffisant lächelten, als ausgerechnet aus der Ecke der Blauen ein Muezzin Muslime per Handy zum Gebet rief.

 

Sonderbehandlung. Man muss nicht Bischof sein, um als Bischof unbehelligt an der malawischen Einwanderungsbehörde im fernen Afrika vorbeizukommen. Mitunter reicht es schon, Bischof zu heißen. Als Generalvikar Rudolf Bischof (75) in Vertretung von Bischof Benno Elbs (55) dieser Tage nach Malawi reiste, um eine mit Vorarlberger Hilfe in Malambo errichtete Geburtenstation einzuweihen, wurden er und seine Begleitung auf dem Flughafen von Lilongwe kurzerhand durchgewunken. Denn auf der anderen Seite des Zolls wartete Erzbischof Tarcisius (67) auf seinen Gast, und das in vollem Ornat. Die Erledigung des Visums dauerte allerdings trotz kirchlichen Beistands genauso lange wie sonst auch, nämlich mehr als eine Stunde. Aber Zeit ist bekanntermaßen das Einzige, das in Afrika im Überfluss vorhanden ist.

 

Verfahrene Geschichte. Die für viele längst überfällige Reform des Gemeindegesetzes scheint eine ziemlich verfahrene Geschichte zu sein: Der Vorarlberger Gemeindeverband, von bösen Zungen hinter vorgehaltener Hand bereits „Bürgermeister-Kammer“ genannt, sträube sich gegen jegliche Reform, die auch nur im Ansatz mehr Kontrolle bringen könnte, heißt es. Zuletzt habe jedoch Gemeindeverbandspräsident Harald Köhlmeier (44, VP) wenigstens Kompromissbereitschaft angedeutet, was die Klubobleute Roland Frühstück (59, VP) und Adi Gross (55, Grüne) mit vorsichtigem Optimismus zur Kenntnis genommen haben sollen. Weit weniger goutiert wird in diesem Zusammenhang die Rolle von LT-Präsident Harald Sonderegger (52, VP). Sonderegger, einst selbst  Präsident des Verbandes, stehe ausschließlich auf Seiten der Gemeindechefs und sei strikt gegen eine Reform Regelwerks für die Kommunen. „Sonderegger verkennt, dass er nun als Präsident der gesetzgebenden Körperschaft vorsteht und nicht mehr dem Gemeindeverband“, tönt es jetzt selbst aus den Reihen der VP-Funktionäre.

Zitate der Woche

Wir haben Vorschläge erarbeitet. Die Volkspartei strengt sich hingegen an, mich herabzuwürdigen.

Christian Kern, SP, Kanzler,
im VN-Interview

Die Spin-Doctors der Parteien ergötzen sich daran, wer gerade die Spitze des Populismusbarometers erreicht hat.

Hubert Hämmerle, AK-Präsident, zur Bundesregierung

Es irritiert, wenn der Kanzler im Vorwahlkampf mit Pizza durch den Gemeindebau läuft, statt zu arbeiten.

Markus Wallner, VP, LH

Das sind beides ehrbare Werkzeuge.

Reinhold Mitterlehner, VP, Parteichef,
zu Hammer und Sichel

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