Eine Blume mehr für den Bauernhof

Vielen Kindern fehlt heute der Kontakt zum natürlichen Leben.

Vielen Kindern fehlt heute der Kontakt zum natürlichen Leben.

Der Verein „Urlaub am Bauernhof“ führt neue Kategorisierungsrichtlinien ein.

Langen. (VN) Fleisch, Milch, Eier und Getreide? So einfach ist das Geschäftsmodell von Landwirten längst nicht mehr. Auch Gästezimmer sind mittlerweile zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden. „Urlaub am Bauernhof ist für kleine landwirtschaftliche Betriebe ein existenzielles Standbein und trägt so wesentlich zur Erhaltung eines attraktiven Landschaftsbildes bei“, unterstreicht Martha Roth, Obfrau von „Urlaub am Bauernhof“ in Vorarlberg. 

300.000 Nächtigungen

In Vorarlberg verzeichnet der Verein mit seinen knapp 100 Mitgliedsbetrieben rund 300.000 Nächtigungen pro Jahr. Um auch weiterhin auf Erfolgskurs zu bleiben, haben die Verantwortlichen die Österreichweit geltenden Kategorisierungsrichtlinien überarbeitet. „Ziel war es, ein dynamisches Qualitätssicherungskonzept zu verwirklichen, das sich an den Gästewünschen orientiert und möglichst praxisnah ist“, erläutert Geschäftsführerin Evy Halder. Denn: Für mehr als die Hälfte der Gäste seien die Bewertungen auf Plattformen wie HolidayCheck, Booking.com oder TripAdvisor buchungsentscheidend. Im Vorfeld des neuen Kategorisierungssystems wurden daher die Bewertungen auf den verschiedensten Plattformen analysiert und die Richtlinien der Kategorisierung dementsprechend überarbeitet. Um mit der Entwicklung im Bereich der Hotelbewertungen Schritt zu halten, wurde nunmehr ein eigener Online-Gästefragebogen erstellt, der von den Vermietern per Link an die abgereisten Gäste geschickt werden kann. Ebenfalls neu sind praxisnahe, vereinfachte und an den Gästewünschen orientierte Kriterien und – ähnlich wie bei den Hotels die Sterne – die fünfte Blumen-Kategorie.

Idylle und das wahre Leben

Für Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger steht Urlaub am Bauernhof für Idylle, Tiere und schöne Landschaft. Außerdem lernten die Gäste das wahre Leben auf dem Bauernhof kennen. Nicht zu vernachlässigen sei darüber hinaus die wirtschaftliche Komponente. Denn gerade in den schwieriger zu bewirtschaftenden Regionen leiste Urlaub am Bauernhof einen existenziellen Beitrag zum Erhalt der Landwirtschaft. „Dabei liegt die Wechselwirkung auf der Hand: Die Landwirtschaft braucht den Tourismus und der Tourismus die Landwirtschaft als Bewirtschafter der Landschaftsvielfalt und Erzeugung regionaltypischer Lebensmittel.“

Das Zusammenspiel von Landwirtschaft und Tourismus kommt laut Vorarlberg Tourismus auch auf den internationalen Märkten gut an. Auf Pressekonferenzen in verschiedenen Ländern Europas würden gemeinsam mit den Destinationen immer wieder Journalisten angesprochen. Viele unternähmen im Anschluss eine Recherchereise im Land und interessieren sich dabei für das Leben auf dem Bauernhof sowie für die Produktion von Lebensmitteln.

Urlaub am Bauernhof: Zahlen und Fakten

» Rund zwei Millionen Menschen machen jährlich Urlaub auf einem österreichischen Bauernhof.

» In Vorarlberg hat der Verein Urlaub am Bauernhof (U.a.B) rund 100 Mitglieder. Anbieter gibt es mehr.

» Rund 300.000 Nächtigungen werden von U.a.B pro Jahr in Vorarlberg verzeichnet.

» Die Mitgliedsbetriebe des Vereins sind qualitätsgeprüft und je nach Ausstattung und Erlebnisangebot mit zwei, drei, vier und seit Anfang des Jahres fünf Blumen ausgezeichnet.

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