Krebshilfe als Anlaufstelle für Hilfesuchende gefordert

von Marlies Mohr
Früherkennung ist ein Kriterium für den Therapieerfolg. Vn/Hb

Früherkennung ist ein Kriterium für den Therapieerfolg. Vn/Hb

Die Zahlen der Patienten- und Angehörigenkontakte bleiben konstant hoch.

Dornbirn. (VN-mm) Die Krebssterblichkeit in Vorarlberg ist in den vergangenen 20 Jahren um ein Drittel gesunken, österreichweit liegt die Überlebensrate bei fast 70 Prozent. Das stellt auch entsprechende Anforderungen an die Krebshilfe. Denn es wächst auch der Bedarf an Beratung und Unterstützung. 2016 verzeichneten die Beratungsstellen in Dornbirn und Bludenz 2417 Patienten- und 909 Angehörigenkontakte. Diese Zahl ist seit Langem konstant hoch. „Entscheidend ist es, die individuellen Nöte und Sorgen zu erkennen und gemeinsam zu überlegen, was es an Hilfe geben kann. Das entlastet Betroffene und Angehörige“, erklärt Stellenleiterin Simone Bösch.

Enorme Belastungen

Verbesserungen bei der Früherkennung, Diagnose und in der Behandlung, aber auch gezielte Aufklärungs- und Vorsorgekampagnen tragen dazu bei, die Krebssterblichkeit kontinuierlich zu senken, Heilung immer öfter zu ermöglichen und die Lebensqualität zu verbessern. „Wo Heilung nicht möglich ist, gilt es der Angst vor Schmerzen und dem Gefühl des Ausgeliefertseins entgegenzuwirken“, sagt Bösch. Eine solche Diagnose, und sei es nur der Verdacht auf eine Tumorerkrankung, bedeute für jeden Menschen eine enorme Belastung. Zur eigenen Not kommen häufig noch existenzielle Sorgen und Zukunftsängste. Sich in diesen Situationen professionelle Hilfe zu holen, kann den Umgang mit der Erkrankung und ihren Folgen lindern.

„Menschen, denen die Decke auf den Kopf fällt, erhalten Beratung und Begleitung. Familien, denen der Boden unter den Füßen weggezogen wird, bieten wir Information und Unterstützung zur Bewältigung ihres veränderten Lebensalltags. Patienten, die im Behandlungsverlauf Fragen zu ergänzenden Maßnahmen wie Ernährung, Bewegung und Rehabilitation haben, erfahren auch in diesem Bereich kompetente Hilfe“, listet Simone Bösch auf. Doch nicht alles kann alleine geschafft werden. Deshalb bedeutet psychoonkologische Begleitung auch Vernetzung durch Selbsthilfegruppen, arbeits- und sozialrechtliche Beratung sowie familien- und haushaltsunterstützende Angebote.

Fundierte Zusatzausbildung

Das Team der Krebshilfe Vorarlberg besteht aus einer klinischen Psychologin, vier Psychotherapeutinnen und einem Psychotherapeuten. Neben ihrer langjährigen Erfahrung in der Begleitung und Betreuung von Menschen in Krisen haben alle eine psychoonkologisch fundierte Zusatzausbildung.

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