„Der Hauptverband gehört abgeschafft“

von Marlies Mohr
Ärztekammerpräsident Michael Jonas findet im Zusammenhang mit dem Hauptverband deftige Worte.
Ärztekammerpräsident Michael Jonas findet im Zusammenhang mit dem Hauptverband deftige Worte.

Auch Ärztekammer schlägt sich bei Reform der Sozialversicherung auf die Seite der AK.

dornbirn. (VN-mm) Keineswegs zimperlich in seiner Wortwahl ist Ärztekammerpräsident Michael Jonas, wenn es um den Hauptverband der Sozialversicherungsträger geht. „Diese Stelle gehört abgeschafft“, meint er unverblümt. Denn sie sei schon derzeit der größte Hemmschuh in der Weiterentwicklung des österreichischen Gesundheitswesens.

„Was in Vorarlberg gemeinsam zustande gebracht wird, hat beim Hauptverband kaum eine Chance“, verweist Jonas als Beispiel auf die Ökonomiestudie zur Darmkrebsvorsorge, die ein millionenschweres Einsparungspotenzial erbracht hat. Kaum verwunderlich also, dass sich nun auch die Ärztekammer auf die Seite der Arbeiterkammer und ihres Vorschlags zur föderalen Neustrukturierung der Sozialversicherung schlägt. Eine entsprechende Resolution hat das oberste Ärztegremium am Montagabend einstimmig verabschiedet. Immer wieder sei er auf diesen Vorstoß angesprochen worden, sagt Michael Jonas. Daher habe er das Thema in die Vollversammlung gebracht.

Zentrale Aussage: Vonseiten der Ärztekammer wird der Aufbau eines neuen zentralen Verwaltungsmolochs in Wien abgelehnt. „Es muss gewährleistet sein, dass wichtige Entscheidungsbefugnisse im Gesundheitswesen und damit auch in der Sozialversicherung in Vorarlberg bleiben“, redet der Ärztekammerpräsident einem Zusammenschluss von Gebietskrankenkasse und den anderen Versicherungsträgern im Land das Wort. Eine Zusammenlegung würde zwar einige rechtliche Änderungen erforderlich machen. Die sind nach Ansicht von Jonas auf Landesebene aber eher zu bewerkstelligen als auf Bundesebene.

Wohnortnahes System

„Die Ärztekammer bekennt sich zu einem wohnortnahen, nach den Bedürfnissen der Bevölkerung und dem medizinischen Bedarf ausgerichteten Gesundheitssystem mit solidarischen und fairen Beiträgen“, heißt es in der Resolution. Und die Ärzte wollen in alle zentralen Planungen des Gesundheitswesens eingebunden werden.

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