Wachstum gewinnt an Dynamik

von Michael Gasser
Vorarlbergs Bevölkerung wächst stark – auch weil viele aus Krisenländern hier eine neue Heimat finden. Alleine in den letzten 12 Monaten sind 2990 Syrer, Afghanen, Iraker, Somalier und Pakistani ins Land gekommen.
Vorarlbergs Bevölkerung wächst stark – auch weil viele aus Krisenländern hier eine neue Heimat finden. Alleine in den letzten 12 Monaten sind 2990 Syrer, Afghanen, Iraker, Somalier und Pakistani ins Land gekommen.

Stärkstes Bevölkerungswachstum seit 20 Jahren: viele neue Bürger aus Krisenländern.

Bregenz. Die Wachstumskurve der Vorarlberger Bevölkerung kennt nur eine Richtung: steil nach oben. Seit Jahren ist das so. Zuletzt hat das Wachstum aber deutlich an Dynamik zugenommen. 10 Fakten zur Bevölkerungsentwicklung in Vorarlberg.

Rekordstand: 386.491 Menschen hatten zum Stichtag 31. März ihren Hauptwohnsitz in Vorarlberg, so jüngste Zahlen der Landesstatistik. Im Jahresabschnitt liegt das Plus damit bei 5977 Personen (plus 1,6 Prozent). Die Statistiker sprechen vom höchsten Bevölkerungswachstum seit 1995.

Fokus Rheintal: Innerhalb nur eines Jahres wurden in der Region Rheintal 4203 Hauptwohnsitze neu gegründet. Mittlerweile wohnen zwei von drei Vorarlbergern in den Ballungszentren des Landes (260.051 bzw. 67,3 Prozent). Weiter stark gewachsen ist Vorarlbergs größte Stadt Dornbirn, die aktuell 48.397 Einwohner zählt.

Andere Regionen: Zwar lag der Fokus des Wachstums auf dem Rheintal, aber nicht nur. So ist der Walgau zwischen März 2015 und März 2016 um 811 Bewohner gewachsen. Auch die Talschaften Bregenzerwald (498), Montafon (216) und das Große Walsertal (132) haben eine Zunahme zu verzeichnen.

Krisenländer: Das Bevölkerungswachstum der letzten zwölf Monate geht stark auf den Zuzug von Menschen aus Krisenländern zurück. 2990 Syrer, Afghanen, Iraker, Somalier und Pakistani haben ein neues Zuhause gefunden. In Summe leben derzeit 4295 Personen aus diesen Ländern in Vorarlberg – 1414 von ihnen sind minderjährig. 450 sind Kinder im Vorschulalter und 645 Kinder sind schulpflichtig, so die Statistiken.

Hoher Ausländeranteil: Immer mehr Menschen aus den verschiedensten Ländern zieht es nach Vorarlberg. Damit steigt auch der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung. Laut jüngsten Zahlen ist er innerhalb eines Jahres von 15,3 Prozent auf 16,5 Prozent angestiegen (plus 1,2 Prozent). Insgesamt leben in Vorarlberg damit 58.071 Ausländer (plus 5697 zum Jahr davor).

Bei Deutschen beliebt: Besonders beliebt ist Vorarlberg bei Deutschen, die mittlerweile die größte Ausländergruppe in Vorarlberg bilden. So haben aktuell 16.047 Personen (plus 497) aus dem Nachbarland ihren Hauptwohnsitz in einer der 96 Gemeinden zwischen Lochau und Lech. Leicht rückläufig ist die Zahl der Türken im Land, die mit 13.359 (minus 69) die zweitgrößte Gruppe bilden.

Weniger Österreicher: Die jüngsten Daten zeigen auch, dass mehr Bürger mit österreichischem Pass Vorarlberg verlassen haben, als neu zugezogen sind. Die Differenz ist mit minus 953 Personen allerdings geringer als in den letzten Jahren mit Spitzenwerten von minus 1539 Personen.

Mehr Frauen als Männer: In Vorarlberg leben mehr Frauen als Männer. Mit Stichtag 31. März betrug die Geschlechtsrelation 983 Männer auf 1000 Frauen. Bei österreichischen Staatsbürgern ist das Verhältnis mit 967 Männern auf 1000 Frauen noch etwas „frauenlastiger“. Anders die Situation bei Deutschen und Türken, wo die Zahl der Männer mit 1063 bzw. 1045 jene zu 1000 Frauen übertrifft. Unausgewogen ist das Geschlechterverhältnis bei Staats­­bürgern aus den Krisenländern mit teils bis zum Fünffachen an Männern (Pakistan) bzw. dem 3,7-Fachen (Somalia).

Mehr Zweitwohnsitze: Deutliche Steigerungen gibt es auch bei den Zweitwohnsitzen im Land. Demnach sind laut jüngsten Daten 30.307 Personen mit einem Zweitwohnsitz registriert (plus 954). Die Statistiker sprechen vom höchsten Stand, der jemals zu dieser Jahreszeit erhoben wurde.

Hohe Ausländerquote: Die meisten neuen Zweitwohnsitze wurden im Rheintal angemeldet (plus 438). Steigerungen gibt es auch in der Region Arlberg/Klostertal (plus 235) und im Walgau (plus 182). Die Ausländerquote bei Zweitwohnsitzen liegt bei hohen 46 Prozent.

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