Vorarlberger, über die man spricht. Felix Tschavoll (17)

Die „tote Sprache“ lebt

von Geraldine Reiner
Felix Tschavoll aus Dornbirn wurde bei der Bundesolympiade für sein Lateintalent ausgezeichnet.
Felix Tschavoll aus Dornbirn wurde bei der Bundesolympiade für sein Lateintalent ausgezeichnet.

Felix Tschavoll ist mit seinem Latein noch lange nicht am Ende. 

Lustenau. (VN-ger) Viele Schüler stehen spätestens am Ende der vierten Klasse Gymnasium vor der Qual der Wahl: Französisch oder Latein? Für Felix Tschavoll war die Antwort auf diese Frage ziemlich schnell klar. „Ich hab mir gedacht, Französisch mag ich nicht, Spanisch, das wir ab der fünften Klasse haben, ist cooler, und hab mich für Latein entschieden“, bringt der 17-jährige BG-Lustenau-Schüler seinen Entscheidungsfindungsprozess auf den Punkt.

Der junge Dornbirner lernt seit der dritten Klasse bei Florian Bassa Latein. Vor wenigen Tagen konnte er bei der 28. Bundesolympiade für Latein und Griechisch groß aufzeigen. Im Talentezentrum Schloss Drosendorf in Niederösterreich wurden in Griechisch, Vierjähriges Latein und Sechsjähriges Latein die fünf Besten ihres Fachs ermittelt. Insgesamt waren 60 Schüler aus allen österreichischen Bundesländern und Südtirol am Start. Felix Tschavoll schaffte es mit seiner Übersetzung und Interpretation eines Briefes von Erasmus von Rotterdam an Anton von Berge auf den hervorragenden zweiten Platz. Belohnt wurde der Einsatz mit einer Urkunde, 200 Euro in bar, einem Stowasser-Wörterbuch und einer Packung Studentenfutter. „In der fünften Klasse hat mich mein Lateinlehrer gefragt, ob ich beim Landesfremdsprachenwettbewerb mitmachen möchte. Seither war ich jedes Jahr bei der Olympiade dabei. Heuer hat es schließlich geklappt“, erzählt Felix Tschavoll, der auch im nächsten Jahr wieder an den Start gehen möchte.

Traumberuf Arzt

Mit seinem Latein ist der 17-Jährige vermutlich noch lange nicht am Ende. Schon alleine des Berufswunsches wegen, den er seit der Volksschulzeit hegt. „Ich war im Krankenhaus und die Ärzte haben nicht herausgefunden, was mir fehlt. Da habe ich mir gesagt: Das kann ich besser“, erinnert sich der Lateinkönig an das Kindheitserlebnis zurück. Die „tote Sprache“ findet Felix Tschavoll aber auch in anderen Bereichen noch immer recht fidel. „Aus meiner Sicht ist Latein ziemlich sinnvoll, weil auch in der Alltagssprache viele lateinische Ausdrücke vorkommen. Wie zum Beispiel ,Nivea‘ – das leitet sich von niveus ab und bedeutet ,die Schneeweiße‘. Außerdem hilft es in Italienisch, Spanisch oder Französisch brutal weiter“, zählt der 17-Jährige die Vorteile auf. Als Sprachentalent möchte sich Felix Tschavoll trotz mehrerer Auszeichnungen nicht bezeichnen. „Ich finde Schule einfach generell nicht so schwer“, meint er und schmunzelt.

Im Krankenhaus habe ich mir gesagt: Das kann ich besser.

Felix Tschavoll

Zur Person

Felix Tschavoll

hat bei der Latein-Bundesolympiade die Silbermedaille geholt.

Geboren: 20. Dezember 1998

Wohnort: Dornbirn

Ausbildung: VS Rotkreuz Lustenau, BG Lustenau (derzeit in der 7. Klasse)

Hobbys: Radfahren, Chillen

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