WAS WURDE AUS . . .? Univ.-Prof. Dr. Walter Schertler (67), Senior Partner der Firma „pharmgenetix“ in Wien

„Jungunternehmer“ statt Ruhestand

Walter Schertler: „Die Familie ist meine große Kraftquelle.“
Walter Schertler: „Die Familie ist meine große Kraftquelle.“

Wiener Unternehmen „pharmgenetix“ optimiert die Wirkung von Medikamenten.

Rum bei Innsbruck. (ee) Im Oktober 2014 ist der gebürtige Dornbirner, Univ.-Prof. Dr. Walter Schertler (67), an der Universität Trier, wo er 25 Jahre hindurch den Lehrstuhl für Strategisches Management innehatte, in Pension gegangen. Von Ruhestand kann aber deshalb keine Rede sein, denn Schertler ist als Senior Partner in das Unternehmen „pharmgenetix“ mit Sitz in Wien eingetreten und ist somit nach eigenen Angaben „Jungunternehmer“ geworden. Auch seine Tochter und sein Sohn arbeiten im Unternehmen mit.

Die Geschäftsidee

Dazu führt Schertler erläuternd aus: „So wie in unserer DNA festgelegt ist, wie man aussieht, so ist auch bereits festgelegt, wie unser Körper Wirkstoffe resorbiert, im Körper verteilt und wieder ausscheidet. Genau hier setzt die pharmakogenetische Analyse unseres Unternehmens an. Damit bekommt der Arzt die notwendige Grundlage für eine auf den einzelnen Patienten abgestimmte Verschreibung von Medikamenten. Das heißt, die Therapie wird optimiert und die Nebenwirkungen werden minimiert.“ Darin liegt auch ein bedeutendes Potenzial zur Kostensenkung.

Die Pharmakogenetik beschreibt, wie die unterschiedliche genetische Ausstattung eines Patienten die Arzneimittelwirkung beeinflusst. Sie ermöglicht es, altersunabhängig und bereits vor Therapiebeginn abzuklären, welches Medikament der individuelle Patient am besten verträgt und welche Medikamentenwirkstoffe mit Vorsicht zu behandeln sind.

Schertler weiter: „Pharmgenetix ist ein einzigartiges, wissenschaftlich fundiertes Verfahren zur pharmakogenetischen Analyse. Unsere Labordienstleister untersuchen mithilfe modernster Technologien und bestausgebildeter Phamakologen und Mediziner das Erbmaterial des Patienten, um genau feststellen zu können, wie er individuell auf welches Medikament reagiert, ob es die erwünschte Wirkung überhaupt erzielt, und welche Dosierung erforderlich ist. Damit wird die individuelle Verträglichkeit von Medikamenten ermittelt, und die Risiken bei Medikamentengaben werden minimiert. So ist die pharmakogenetische Analyse eine der wichtigsten objektiven Grundlagen für eine individualisierte Medizin.“

Der Ablauf

Die Blutabnahme für die Analyse erfolgt ausschließlich bei Ärzten. Das bereits vorgefertigte Analyseset kann vom Patienten bestellt und darf ausschließlich von einem Arzt geöffnet werden. Das abgenommene Blut, die Auftragsbestätigung und die unterschriebene Einverständniserklärung werden per Post an eines der Partnerlabors des Unternehmens zurückgeschickt.

Ab diesem Zeitpunkt ist jeder Arbeitsschritt anonymisiert. Nach drei bis vier Wochen erhält der Arzt die Analyseergebnisse und eine Zusammenfassung, bei welchen Medikamentenwirkstoffen es Gefährdungen für den Patienten geben könnte. Der Patient erhält, wenn gewünscht, vom Arzt eine Kundenkarte, mit der er übers Internet die Analyseergebnisse abfragen bzw. einem Arzt mitteilen kann.

Jäger, Gastprofessor

Neben dieser Tätigkeit frönt Schertler, der in Rum bei Innsbruck seinen Wohnsitz hat, der Jagdleidenschaft. Er war stellvertretender Landesjägermeister in Tirol und hält auch mehrere Aufsichtsratsmandate in bedeutenden Unternehmen.

U. a. ist er Aufsichtsratsvorsitzender bei der Firma Collini in Hohenems. Weiter ist er noch Gastprofessor an der Wirtschaftsuniversität (WU) in Wien und begutachtet weiterhin Dissertationen an der Universität in Trier. „Die Kraft für alle diese Aktivitäten schöpfe ich so wie schon immer aus meiner Familie“, betont Schertler abschließend.

Zur Person

Univ.-Prof. Dr. Walter Schertler

Geboren: 1949 in Dornbirn

Ausbildung: Matura an der Realschule Dornbirn, Studium an der Wirtschaftsuniversität St. Gallen

Beruflicher Werdegang: Habilitation an der Universität Innsbruck bei Prof. Hinterhuber („Organisation und Strategie“), privatwirtschaftliche Tätigkeit bei der Boston Consulting Group in München, seit 1989 Professor für Strategisches Management an der Universität Trier

Familie: verheiratet, zwei Kinder

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