Hinter den Kulissen. Politik, Personen und Parteien

„Palastrevolten“ und Kniefälle

Rechnung ohne Wirt. Kleine Dinge zeitigen mitunter große Wirkung. Dass die Schüler der Krankenpflegeschule Unterland, deren Träger die Stadt Dornbirn ist, bei ihren Praktika in den Landesspitälern keinen Mitarbeiterrabatt bei der Verpflegung bekamen, stieß Gabi Sprickler-Falschlunger (59, SP) als Gesundheitssprecherin sauer auf. Spitalsdirektor Gerald Fleisch (49) argumentierte, wenn der Träger die Differenz zahle, sei das kein Problem. Damit hatte er jedoch die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn der zuständige Landesrat Christian Bernhard (52, VP) sorgte postwendend dafür, dass die Registrierkassen in den Landesspitälern entsprechend umgestellt wurden. Er war froh, das Problem schnell gelöst zu haben, andere sahen darin abermals einen Kniefall vor Dornbirns mächtiger Volkspartei.


Übereilig. In der Walgaugemeinde Göfis hatte die Wahlkommission mit Bürgermeister Helmut Lampert (61, VP) im Hinblick auf das Ergebnis der Bundespräsidentenwahl ein besonders großes Mitteilungsbedürfnis. Bereits um 14.48 Uhr wurde das Göfner Wahlergebnis via Newsletter im Rathaus versendet, also mehr als zwei Stunden bevor die letzten Wahllokale geschlossen wurden. Um Last-Minute-Wähler nicht zu beeinflussen, gilt bekanntlich bundesweit eine gesetzliche Sperrfrist für die Bekanntgabe der Hochrechnungen bis 17 Uhr.

Rumoren. Bei Dornbirns Freiheitlichen rumorte es gewaltig. Grund dafür soll eine kleine Gruppe um Stadtvertreterin Elke Korn (44) sein. Korn wird nämlich nachgesagt, dass sie am Stuhl von Langzeitstadtrat Walter Schönbeck (56) sägt. Die Kritiker warfen Schönbeck vor, sich zu wenig für die Stadtpolitik ins Zeug zu werfen. Inzwischen ist Ruhe eingekehrt, die Fraktion steht (wieder mehrheitlich) hinter Schönbeck und will von „Palastrevolution“ nichts wissen. Folgen zeigt das Aufbegehren dennoch: Schönbeck will ein Jahr vor der nächsten Gemeindewahl abtreten und eine(n) Nachfolger(in) präsentieren. Die Chancen, dass der Landtagsabgeordnete Christoph Waibel (51, FP) sein Salär aufbessern kann und vom Sessel des Stadtvertreters auf den des Stadtrats aufrückt, werden in der Messestadt als „gut“ umschrieben.

 

Wetterkapriolen. Als die Landesräte Johannes Rauch (57, Grüne) und Erich Schwärzler (63, VP) am Montag dieser Woche die „Strategie zur Anpassung an den Klimawandel in Vorarlberg“ präsentierten, mahnten sie die unerfreulichen Folgen der Klimaerwärmung an. Zwei Grad wärmer als noch vor 100 Jahren sei es schon, und die Schneedichte werde auch in Vorarlberg weiter abnehmen. Petrus bewies aber am 25. April Humor: Temperaturen knapp über null Grad Celsius und dichter Schneefall waren angesagt. Statt wie ursprünglich geplant auf den Sonnenstufen am Bregenzer Molo, mussten die Teilnehmer der Pressekonferenz in der nahen „Welle“ den Ausführungen der beiden Landesräte über die Klimaerwärmung lauschen – in dicke Jacken und Schals gehüllt.

Zitate der Woche

Es ist Werner Faymann, der der fleißigste Arbeiter im Weingarten des Herrn H.C. Strache ist.

LH Erwin Pröll, VP, zum Ergebnis der Bundespräsidentenwahl

Über Leben oder Tod der SP entscheidet Michael Häupl mit seinen Freunden, und man scheint weiter auf Tod programmiert zu sein.

Franz Voves, SP,
Ex-Parteichef Steiermark

Ich habe immer gesagt, ich bin ein Außenseiter. Jetzt geht es wirklich um die Wurst.

Alexander Van der Bellen, Grüne, zum zweiten Platz bei Bundespräsidentenwahl

Rübe ab ist doch keine Lösung.

LH Josef Pühringer, VP,
zu Personaldebatten

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