VN-Interview. aks-Präsident Hans Concin (67) über alten Ärger und neue Aufgaben

„Wir mussten sparen“

von Marlies Mohr
Mini-Med-Referent Dr. Hans Concin
Mini-Med-Referent Dr. Hans Concin

Als neuer Präsident des Vereins aks hat Dr. Hans Concin gleich einiges zu tun.

Bregenz. Seit zwei Wochen ist Dr. Hans Concin neuer Präsident des aks-Vereins. Sein Vorgänger, Dr. Thomas Bischof, gab das Amt aus familiären Gründen ab. Zuletzt prägten allerdings Querelen das Bild des aks. 

Sie übernahmen eine Einrichtung mit innerbetrieblichen Problemen. Unter anderem wird der ehemaligen aks-Führung vorgeworfen, Mitarbeiter ohne Rücksicht auf Verluste gekündigt zu haben.

Concin: Dazu möchte ich feststellen, dass der Betrieb autonom ist und eine Geschäftsführung hat. Der Verein als Eigentümer gibt Strategien vor, sollte sich jedoch nicht in den operativen Bereich einmischen. Was den Vorwurf angeht: Mir tut jede Kündigung leid. Ich hoffe, die Mitarbeiter, die alle ausgezeichnete Arbeit leisten, halten zu können. Ich kann auch versuchen zu vermitteln, zu motivieren und auszugleichen.

Welche Ursachen stecken hinter dieser allgemeinen Unzufriedenheit?

Concin: Es gibt schon Bereiche im aks, die funktionieren, dort herrscht auch eine hohe Zufriedenheit. Aber das Sparprogramm der vergangenen zwei Jahre hat sicher zu Belastungen geführt. Wobei es sich um keinen willkürlichen Akt, sondern um eine Notwendigkeit handelte. Andere Sozialeinrichtungen hatten dieses Problem auch. So mussten etwa Fortbildungen reduziert und Investitionen zurückgestellt werden. Das wurde meines Wissens gründlich mit den Mitarbeitern besprochen.

Wie hoch ist das aks-Budget, und ist die Konsolidierung abgeschlossen?

Concin: Wir verwalten 14 bis 16 Millionen Euro jährlich. Das bedeutet eine enorme Verantwortung, die auch wahrgenommen wird. Natürlich sind die Wünsche immer größer als die vorhandenen Mittel. Es wird meine Aufgabe sein, das mit den Mitarbeitern zu bereden. Um gute Arbeit leisten zu können, brauchen wir zufriedene Mitarbeiter, denn es geht um die Gesundheit der Bevölkerung.

Dem aks sind aber auch Ärzte abhanden gekommen. Was hat da nicht gestimmt?

Concin: Es waren zum einen persönliche Gründe, zum anderen fehlende Ressourcen. So hat eine Kinderpsychiaterin zu Recht eine Psychologin verlangt. Das ist heute Standard. Es war jedoch keine Finanzierung möglich. Solche Dinge führten dann leider zum Abgang von Kollegen. Ich bin derzeit in Gesprächen, um wieder mehr Ärzte für den aks zu gewinnen, und bin diesbezüglich sehr zuversichtlich.

Bei den Ärzten stand vor allem Ihr Vorgänger Thomas Bischof in der Kritik. Warum das?

Concin: Dazu möchte ich vorausschicken, dass uns die hervorragenden wirtschaftlichen Qualifikationen von Thomas Bischof vor einigen Schäden bewahrt haben. Er hatte die Situation besser im Griff als die externen Wirtschaftsfachleute, die wir als Ärzte brauchen. Als Zahnarzt ist er bei den Kollegen jedoch nie so anerkannt gewesen, wie er es verdient hätte.

Zuletzt sorgte auch die Einstellung eines zweiten Geschäftsführers und die Kündigung des derzeitigen für Unmut. Wird der neue Geschäftsführer alleine schalten und walten?

Concin: Das muss sich erst zeigen. Wenn Georg Posch, der am 1. Jänner 2015 kommt, Unterstützung braucht, wird er sie erhalten.

Sie waren lange in der aks-Wissenschaft tätig. Wer übernimmt Ihre Agenden?

Concin: Das Krebsregister führt OA Dr. Alois Lang, ein im Bereich der Onkologie sehr angesehener Experte. Die Wissenschaft übernimmt Primar Dr. Bernhard Föger vom LKH Bregenz. Er verfügt ebenfalls über eine hohe wissenschaftliche Reputation.

Welche Ziele verfolgen Sie als aks-Präsident?

Concin: Die Basisärzte sollen gestärkt und maximal von Bürokratie entlastet werden. Wichtig ist mir außerdem, dass die praktische Ausbildung in der Präventivmedizin auch in den Krankenhäusern wieder verstärkt wird. Dazu gibt es bereits Gespräche mit den Leitern der Kinderabteilungen. Es scheint, als würde ich mit diesem Anliegen offene Türen einrennen. Überhaupt habe ich schon in den ersten Tagen meines neuen Amtes viel an positiver Resonanz erfahren. Das freut mich und bestärkt mich in meiner Tätigkeit. Außerdem verfüge ich erstmals wieder über den Luxus von Zeit. Das genieße ich enorm.

Um gute Arbeit zu leisten, brauchen wir zufriedene Mitarbeiter.

Hans Concin

Zur Person

Dr. Hans Concin

Geboren: 7. März 1947 in Bludenz

Wohnort: Bregenz

Beruf: Gynäkologe, aks-Präsident

Familie: Partnerschaft, zwei erwachsene Töchter, zwei Enkelkinder

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