Neubelebung mit sozialem Geist

Heinz Lach, Ulrike Schmid-Santer und Franz Vögele im neuen Shop mit Café im Bahnhofsgebäude Frastanz.  Foto: sis  
Heinz Lach, Ulrike Schmid-Santer und Franz Vögele im neuen Shop mit Café im Bahnhofsgebäude Frastanz. Foto: sis  

Ein neues Projekt der aqua mühle Frastanz hilft beim Wiedereinstieg in die Arbeitswelt.

frastanz. (VN-sis) Am Frastanzer Bahnhof liegt etwas in der Luft – nämlich der Duft von frisch gebrühtem Kaffee und Gebäck. Für dieses Gebäude ein ungewöhnlicher Umstand. Während der vergangenen Jahre befand es sich mehr oder weniger in einem Dornröschenschlaf. Nun ist es nicht nur frisch gestrichen, sondern beherbergt zudem einen Shop mit kleinem Café. Dieser haucht dem alten Haus neues Leben ein und hat darüber hinaus auch einen sozialen Nutzen. Menschen, die längere Zeit arbeitslos waren, werden hier bei der Rückkehr in die Arbeitswelt unterstützt. Die Idee zu dem Bahnhofsshop, der am 14. September eröffnet wurde, stammt von der aqua mühle Frastanz. Unterstützt wird die Einrichtung von der Gemeinde und den ÖBB, welche die Räumlichkeiten mietfrei zur Verfügung stellen.

Gewinn für beide Seiten

„Das Projekt ist nicht nur für die aqua mühle ein Gewinn, sondern auch für uns“, erklärt Stations- und Liegenschaftsmanager Franz Vögele. „Die Leute betreiben den Kiosk mit zugehörigem Café, beraten die Bahnkunden und helfen ihnen mit den Fahrkartenautomaten.“ Außerdem konnten nach Längerem die Toiletten wieder geöffnet werden, da sich die Teilnehmer auch um diese kümmern. Für die aqua mühle besteht das Ziel darin, Langzeitarbeitslose bzw. Arbeitssuchende wieder Schritt für Schritt in die Berufswelt einzugliedern. „Wenn man sehr lange vom Arbeitsmarkt abwesend war, ist der Wiedereinstieg besonders schwierig“, erzählt Ulrike Schmid-Santer von aqua mühle Frastanz. „In vielen Fällen haben die Leute Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl und sind im Umgang mit anderen gehemmt“, ergänzt Heinz Lach, der die Teilnehmer als Arbeitsanleiter unterstützt. „Der Kontakt mit Kunden hilft ihnen, diese Hemmungen abzubauen.“ Der Shop sei ein geschützter Raum, in dem die Arbeitssuchenden ihre Schwächen und Stärken erproben können.

Neuerdings besteht am Frastanzer Bahnhof die Möglichkeit, e-Bikes auszuleihen. Instandhaltung und Verleih obliegen ebenfalls den Projekt-Teilnehmern. In einer eigenen kleinen Werkstatt erledigen sie anfallende Reparaturen. Dafür erhalten sie zusätzlich eine spezielle Ausbildung. Geplant ist, dass die Leute zwischen zwei und vier Monaten im Shop arbeiten. Wenn sich abzeichnet, dass ein Teilnehmer für den Wiedereintritt in die Arbeitswelt bereit ist, werden Praktika für sie gesucht, durch die sich nicht selten Festanstellungen ergeben. „Die Menschen sollen so schnell wie möglich selbstständig werden“, erklärt Schmid-Santer. „Wir begleiten sie, wollen aber nur so viel Hilfe geben, wie nötig ist.“

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