Start frei für „Seegarten“-Bau

Gestern wurden an der Bregenzer Straße 9 die Abbrucharbeiten in Angriff genommen.  Foto: VN/Paulitsch
Gestern wurden an der Bregenzer Straße 9 die Abbrucharbeiten in Angriff genommen. Foto: VN/Paulitsch

Altbau in Bregenzer Bestlage zum See hin weicht groß angelegtem Familien-Wohnbau-Projekt.

Bregenz. (hapf) Nur durch Bahn und Pipeline vom See getrennt, liegt das Grundstück in Bregenz, auf dem eine millionenteure Wohnverbauung mit zwei Einheiten entstehen wird. Beim so- genannten Seegarten-Projekt handelt es sich, so Eigentümervertreter Pius Schlachter, „um ein Familienprojekt von vier Geschwistern“.

Das alte Bahnwärterhäuschen an der Bregenzer Straße rückte vergangenes Jahr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Vor allem das, was an seiner Stelle errichtet werden sollte. Der quaderförmige Baukörper erregte Unmut bei Nachbarn und auch weiter entfernten Anrainern, die VN berichteten. Sie sahen sich um ihren Ausblick über den See gebracht und in ihren Rechten als Anrainer beschnitten. Die Proteste sind mittlerweile verstummt.

Zwei Baukörper

Nun wird angrenzend ein weiteres Grundstück überbaut. Am Freitag fuhren die Baumaschinen auf, um die dortige alte Bausubstanz abzutragen und das Areal zu arrondieren. Wie Pius Schlachter, Sprecher
der Eigentümergemeinschaft gegenüber den VN erklärt, „wird auf dem Areal das Seegarten-Projekt entstehen“.

Architekt Dietmar Eberle wurde mit der Gesamtplanung beauftragt. Auf dem 2000 Quadratmeter großen Grundstück werden zwei Baukörper – Erdgeschoß plus vier Etagen – mit Grundflächen von jeweils 200 Quadratmeter errichtet. Dadurch wird eine Gartenfläche von rund 1500 Quadratmetern verbleiben. Pius Schlachter: „Wichtig sind uns die Durchlässigkeit zum See, die Betonung der Seebeziehung des Grundstücks trotz der Bahntrasse, die Wiederherstellung des Gartens nach Abschluss der Bauarbeiten sowie solide, hochwertige Baukörper mit Ziegelfassade.“ Mit im Projekt vorgesehen ist eine Tiefgarage mit 33 Einstellplätzen.

Auf dem Grundstück betrieb einst die Familie King, Urgroßeltern der heutigen Eigentümer, einen Kornhandel mit eigenem Bootsanlegesteg. Beim Bau der Eisenbahn in den 1870er-Jahren überlies die Familie Grundflächen kostenlos den Eisenbahn-Betreibern. Im Gegenzug erhielten sie einen privaten Bahnübergang, der bis heute Bestand hat, jetzt aber im Zuge des Neubauprojekts aufgelassen wird.

Der heutigen Eigentümer-Familie ist es wichtig, „eine hochwertige Wohnanlage zu errichten, die der sensiblen Lage am Seeufer und der Stadtnähe Rechnung trägt.“ Dazu Pius Schlachter: „Wir alle sind hier aufgewachsen, wollen deshalb auch keine Eigentumswohnungen verkaufen, sondern alles im Familienbesitz behalten.“

Transparente Abwicklung

Eingedenk der Diskussionen um das Projekt „Bahnwärterhäuschen“ haben hier die Eigentümer bereits im Vorfeld alles transparent abgewickelt. Pius Schlachter: „Wir haben von Anfang an auch unsere Nachbarn miteinbezogen und vorige Woche wieder vor Ort zusammen mit dem Architekten eine Info-Veranstaltung zum Ablauf der Bauarbeiten durchgeführt, an der wir gemeinsam mit dem Architekten über den Ablauf der Bauarbeiten informiert haben.“

Gestern wurden an der Bregenzer Straße 9 die Abbrucharbeiten in Angriff genommen.  Foto: VN/Paulitsch
Gestern wurden an der Bregenzer Straße 9 die Abbrucharbeiten in Angriff genommen. Foto: VN/Paulitsch
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