Vorarlberger, über die man spricht. Harald Mandlburger (48)

Neuer Job und alte Lust

von Klaus Hämmerle
Harald Mandlburger ist dank des Parkstadions in Lustenau wieder mit der Leichtathletik vereint.   Foto: vn/Stiplovsek
Harald Mandlburger ist dank des Parkstadions in Lustenau wieder mit der Leichtathletik vereint.  Foto: vn/Stiplovsek

Ehemals schnellster Vorarlberger wird neue Lustenauer Leichtathletikanlage pflegen.

Lustenau. (VN-hk) „Ich hatte mich geistig und seelisch schon längst von der Leichtathletik verabschiedet. Aber jetzt ist meine frühere Karriere plötzlich wieder präsent.“ Harald Mandlburger sitzt im Büro des Wettkampfturmes und blickt auf das wunderschöne nigelnagelneue Parkstadion hinunter. Bis auf ein paar Arbeiter, die mit letzten Vorbereitungsarbeiten für das große Eröffnungswochenende beschäftigt sind, und ein paar laufenden Kindern auf der Tartanbahn ist die Anlage – noch – menschenleer.

Goldenes Zeitalter

Harald Mandlburger ist in der Vorarlberger Sportszene nicht irgendwer. Er war Mitte der 1980er-Jahre der schnellste Vorarlberger, vielfacher Landesmeister über die 100 Meter, die 200 Meter und die 110 Meter Hürden. Auch in Österreich zählte er zu den schnellsten Männern. Mandlburger war Teil der damals erfolgreichsten Vorarlberger Leichtathletik-Teams: Klaus Bodenmüller, Herwig Tavernaro, Arno Rupp, Klaus Ehrle oder Thomas Stockklauser setzten damals ihre Duftmarken auf nationalem, aber auch internationalem (Klaus Bodenmüller) Parkett. Man befand sich mitten im goldenen Zeitalter der Vorarlberger Leichtathletik.
In diese Zeit hat sich der Ex-Sprinter soeben zurückge­beamt. Angesichts des prachtvollen Bauwerks, das sich jetzt seinem Auge erschließt, wünscht sich Harald Mandlburger ein Comeback jener glanzvollen Zeit. „Ich denke, dass diese Anlage der Leichtathletik in Lustenau, aber auch in Vorarlberg, einen tollen Aufschwung geben kann. So etwas wie hier ist einzigartig.“

Begeistert erzählt er von den verschiedenen Vorzügen der Anlage, in der Athleten sämtlicher Disziplinen künftig ideale Voraussetzungen für ihren Sport vorfinden werden. Einziger Wermutstropfen aus seiner Sicht: „Schade, dass wir nicht acht Laufbahnen haben. Dadurch sind wir bezüglich der Durchführung von Wettkämpfen eingeschränkt.“

Vielfältiger Werdegang

Dass Mandlburger die sportlichen Entwicklungen in der Leichtathletik künftig hautnah miterleben wird, hat weniger mit seiner Vergangenenheit als vielmehr mit seiner Gegenwart zu tun. Seit einem Jahr ist der zweifache Familienvater Gemeindebediensteter in Lustenau und als solcher mitverantwortlich für das Parkbad und die Rheinhalle. Jetzt gehört eben auch die Leichtathletikanlage dazu.

Es ist naheliegend, dass vor allem diese zum Arbeitsschwerpunkt des Gemeinde-Mitarbeiters zählen wird. „Für mich ist das hier wirklich ein Traumjob“, sagt der Ex-Landesmeister. Sein beruflicher Werdegang ist durchaus vielfältig. Ursprünglich war er Polizist. Er gab den Job auf, weil er bestimmte Situationen nie wirklich verarbeiten konnte. Dann wurde er in der Stickereibranche selbstständig, eher er in den Gemeindedienst trat.

Bald auch Trainer?

Dass Mandlburger sich künftig nicht nur um die Anlage kümmern soll, sondern auch um jene, die sie benützen, liegt auf der Hand.

Besonders der Nachwuchs könnte von den Diensten eines ehemaligen Champions profitieren. „Wenn ich das mache, dann voll“, legt sich Mandlburger diesbezüglich seine Strategie zurecht. Nicht ungern hätte er auch seine beiden Söhne im Alter von 17 und 18 trainiert. „Aber die sind jetzt beim Eishockey. Das ist okay so. Von ihren körperlichen Voraussetzungen her wären sie beide für die Leichtathletik prädestiniert“, sagt der Vater stolz. „Der eine wäre wie ich ein Sprinter, der andere ein Mehrkämpfer.“

Jetzt ist meine frühere Karriere plötzlich wieder präsent.

Harald Mandlburger

Zur Person

Harald Mandlburger

Geboren: 14. März 1966

Wohnhaft: Lustenau

Beruf: Gemeindebediensteter

Familie: verheiratet, zwei Kinder

Hobbys: Sport aller Art

Lieblingsspeise: Gefüllte Paprika

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