Aus der Geschichte: Brauchtum zur Osterzeit

Von Ostereiern und Eierweihe

So richtig populär wurde der Osterhase vor 200 Jahren.  Foto: DPA
So richtig populär wurde der Osterhase vor 200 Jahren. Foto: DPA

Vor dem Osterhasen brachten Kuckuck und Hahn die Ostereier ins Haus.

Dornbirn. (gt) Was wäre Ostern ohne Osterhase? Woher der Brauch kommt, dass ausgerechnet ein Hase die Ostereier bringt bzw. versteckt, lässt sich historisch nicht mehr genau rekonstruieren. Fest steht, dass der Osterhase seit mindestens 400 Jahren auch Eierlieferant ist.

Zuvor hatte Meister Lampe starke tierische Konkurrenz. In der Schweiz brachte bis dahin der Kuckuck die Ostereier ins Haus, in Österreich kurioserweise der Hahn und nicht die Henne. So richtig populär wurde der Osterhase im Raum Vorarlberg erst vor etwa 200 Jahren. Zahlreiche Quellen deuten darauf hin, dass die Tradition in evangelisch geprägten Ländern ihren Anfang genommen und sich erst im Laufe der Zeit auch in katholischen Haushalten verbreitet hat.

„Morgenröte“

Der Hase jedenfalls gilt schon in frühester Zeit als Zeichen für Fruchtbarkeit. Die griechische Göttin Aphrodite und eine germanische Fruchtbarkeitsgöttin Ostara werden unter anderem mit Hasen dargestellt. Dass die Bezeichnung „Ostern“ auf „Ostara“ zurückzuführen ist, ist aber mehr als fraglich. Sprachforscher vermuten, dass „Ostern“ – im Mittelalter „ostarun“ bzw. „osteren“, englisch „Eastern“ – schlicht auf den Osten und die „Morgenröte“, das heißt auf Jesus Christus, hinweist.

Weniger geheimnisvoll ist das Osterei. Seit jeher ranken sich viele Mythen um das Ei, bei vielen Völkern und Kulturen in aller Welt. Kein Nahrungsmittel hat so große Symbolkraft für die Entstehung neuen Lebens, ja sogar der Erde und des ganzen Universums. Schon seit dem 4. Jahrhundert ist eine kirchliche Eierweihe bekannt. Nach der Fastenzeit werden geweihte Eier in Äckern vergraben, um die Fruchtbarkeit der Felder zu steigern.

„Ablasseier“

Besonders jene Eier, die am Gründonnerstag oder Karfreitag gelegt werden, gelten bei manchen Leuten noch bis heute als Heil- und Glücksbringer und sogar als unverderblich. Früher wurden solche Eier deshalb von Zimmerleuten in Dächer gelegt. Ursprünglich wurden die Ostereier rot gefärbt – ein Hinweis auf das Blut Christi, das von Schuld freispricht. Aus diesem Grund nannte man sie auch „Ablasseier“.

Im deutschen Sprachraum ist der Begriff „Osterei“ seit dem 15./16. Jahrhundert geläufig. Bemalt und verziert wird das Osterei im christlichen Sinn gedeutet: Die Eierschale symbolisiert das Alte Testament, der innere Teil das Neue Testament. Das Essen eines Ostereis ist damit „Nahrung für die Gläubigen“.

So richtig populär wurde der Osterhase vor 200 Jahren.  Foto: DPA
So richtig populär wurde der Osterhase vor 200 Jahren. Foto: DPA
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