Vorarlberger, über die man spricht. Abdi Tasdögen (33)

Messe trifft Integration

von Geraldine Reiner
Abdi Tasdögen: „Wenn man die Muttersprache nicht beherrscht, dann kann man auch eine andere Sprache nicht richtig lernen.“ VN/Paulitsch
Abdi Tasdögen: „Wenn man die Muttersprache nicht beherrscht, dann kann man auch eine andere Sprache nicht richtig lernen.“ VN/Paulitsch

Wenn die Türkei im Messegelände einzieht, ist Abdi Tasdögen nicht weit.

Dornbirn. (VN-ger) Abdi Tasdögen ist in Vorarlberg geboren und aufgewachsen. Er ist beim Landesschulrat angestellt und lebt hier sozusagen „bestens integriert“. Der 33-Jährige weiß aber auch: „Eine erfolgreiche Integration kann nur dann stattfinden, wenn man seine eigene Identität bewahrt.“ Eben dazu wollte der Verein „Österreichisch Islamische Föderation“ einen Beitrag leisten und hat 2001 unter der Ägide von Tasdögen die Kultur- und Buchmesse ins Leben gerufen. Und was damals „in sehr kleinem Rahmen“ begann, ist mittlerweile auf über 10.000 m2 angewachsen. Im Jahr 2012 wurde das Angebot obendrein um die türkische Unternehmermesse erweitert.

Für die Familie

Seit Freitag steht Dornbirn wieder ganz im Zeichen der Türkei: Bis zum 27. April locken knapp 70 Aussteller bei freiem Eintritt auf das Messegelände. Konzerte, Vorträge, kulinarische Leckerbissen, Kunstvorführungen und eine Halle nur für Kinder haben die Messe zu einem Event und Treffpunkt für die ganze Familie werden lassen. „Ich bekomme schon im Dezember Anrufe. Viele versuchen, ihre Hochzeit so zu planen, dass sie nicht am selben Wochenende wie die Messe stattfindet“, erzählt Tasdögen. Guter Dinge stimmt ihn auch die Tatsache, dass die Zahl der nicht-türkischen Messebesucher jedes Jahr zunimmt. „Das ist eine wichtige Voraussetzung für den Abbau von Ängsten und Vorurteilen. Der Austausch bietet ferner die Chance, Respekt, Rücksicht und Liebe zu den Mitmenschen zu fördern“, hofft der Vorsitzende der Österreichisch Islamischen Föderation und Fachinspektor für islamischen Religionsunterricht künftig noch mehr Einheimische auf die Messe locken zu können. „Gerade in Wahlzeiten versuchen verschiedene Parteien, Ängste zu schüren. Durch den Austausch können wir diesen Fehlentwicklungen einen Riegel vorschieben“, ist der Feldkircher überzeugt.

Offizielle Eröffnung

Neben politischen Vertretern aus dem Landhaus und dem Geschäftsführer der Messe hat sich in diesem Jahr erstmals das Dornbirner Stadtoberhaupt zur offiziellen Eröffnung angesagt. „Das zeigt uns, dass die Messe schon gut angenommen wurde und die Bemühungen der Migranten seitens der Politik wahrgenommen werden.“ Mit islamischem Rap in türkischer und deutscher Sprache dürften dann selbst die musikalischen Grenzen zwischen den Kulturen gesprengt werden.

Wir können Fehlentwicklungen einen Riegel vorschieben.

Abdi Tasdögen

Zur Person

Abdi Tasdögen

hat im Jahr 2001 die türkische Kultur- und Buchmesse initiiert.

Geboren: 14. Dezember 1980

Wohnort: Feldkirch

Beruf: Fachinspektor für islamischen Religionsunterricht beim Landesschulrat für Vorarlberg

Familie: verheiratet, zwei Söhne

Hobbys: Lesen, Reisen, Schwimmen

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