Mobbing gegen Schüler: Klage gegen Gymnasium

von Klaus Hämmerle

Physische und psychische Gewalt von Mitschülern gegen einen 14-Jährigen.

Bregenz. (VN-hk) Ein Fall von Mobbing wurde am BG Bregenz Gallusstraße bekannt. Wie der ORF Vorarlberg berichtete, wurde ein Schüler der Unterstufe zwei Jahre lang von seinen Mitschülern systematisch gemobbt. Der 14-Jährige war dabei körperlicher, aber vor allem psychischer Gewalt ausgesetzt. Er sei deswegen monatelang im Krankenstand gewesen. Seine Eltern wollen nun eine Zivilklage gegen die Schule einbringen. Zwei Jahre lang besuchte der Bub die Unterstufe des BG Gallusstraße. Schon wenige Monate nach seinem Eintritt hätten die Angriffe der Mitschüler begonnen.
So wurde er in Gruppen-Chats immer wieder verunglimpft, sein Sitzplatz zugemüllt.
Es schien niemand in der Lage zu sein, das Mobbing zu stoppen. Die Angriffe hörten nicht auf. Der Schüler habe permanent Demütigungen einstecken müssen.

Viele Maßnahmen

BG-Gallusstraße-Direktor

Thomas Mittelberger (57) bestätigte das Mobbing. Man habe sich aber intensiv um den gemobbten Schüler gekümmert. Die Schule habe sich nichts vorzuwerfen. Die Eltern sehen das anders. Sie ziehen gegen das BG Gallus­straße vor Gericht.

Völlig überrascht von der Anklage zeigte sich Landesschulinspektorin Christine Schreiber (60). „Ich bin aus allen Wolken gefallen, dass da jetzt noch eine Zivilklage gegen die Schule eingebracht wird“, kommentierte Schreiber gegenüber den VN das Vorgehen der Eltern. „Wir haben diesen Fall, der sehr komplex ist, ein Jahr intensiv mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln begleitet“, so Schreiber. So habe man unter anderem auch die mittlerweile pensionierte Chefin der Schulpsychologie, Maria Helbock, eingeschaltet. „Darüber hinaus gab es auch Mediationen und zahlreiche Gespräche mit den Beteiligten. Wir haben sogar Mitschüler des Betroffenen zeitweilig von der Schule suspendiert“, berichtet die Inspektorin. „Ich weiß nicht, was wir sonst noch hätten tun können.“

Schule gewechselt

Der betroffene Schüler verließ das BG Gallusstraße mit Ende des vergangenen Schuljahres und ist jetzt an einer anderen Schule. „Ich hoffe, es geht ihm dort jetzt gut“, so die Landesschulinspektorin abschließend.
Vertreten wird der Schüler von der Feldkircher Anwältin Sabine Gantner-Doshi.

Wir haben wirklich alles probiert, um diesen Fall zu lösen.

Christine SChreiber
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