Gegen US-Klonfleisch und Chlor-Hühnchen

von Josef Hagen
Forderung zur verpflichtenden Kennzeichnung von Frischeiern. Foto: SChulze
Forderung zur verpflichtenden Kennzeichnung von Frischeiern. Foto: SChulze

Die Bauern ahnen Schlimmes, wenn das Handelsabkommen zwischen EU und USA unterschrieben wird.

Dornbirn. (ha) Mit Argusaugen beobachten Vorarlbergs Bauern die Verhandlungen zwischen den USA und der EU über ein transatlantisches Handelsabkommen. Bei der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer am Freitag fanden die Bauernvertreter klare Worte: Sie warnen vor einer Gefährdung der europäischen und regionalen Lebensmittelstandards, wenn nicht entsprechend gegengesteuert wird.

Aufforderung

Amerikanisches Klonfleisch, chlorgetauchtes Hühnerfleisch oder genveränderte Kartoffeln – eine Horrorvorstellung, die nicht nur bei Bauern, sondern auch bei den Konsumenten Gänsehaut verursacht. Die Bauernvertreter fordern Brüssel auf, ihre Bedenken ernst zu nehmen und keinesfalls hinter verschlossenen Türe mit den Amerikanern zu verhandeln und am Schluss alle vor vollendete Tatsachen zu stellen: „Das ist Europa seinen Konsumenten und Bauern schuldig.“ Dass in der globalisierten Welt den Erzeugern bäuerlicher Produkte ein rauer Wind ins Gesicht bläst, weiß jeder. Deshalb sind vor allem im Bereich der Spezialitätenproduktion besondere Anstrengungen im Marketing notwendig. Immer wieder für Diskussionen bei den Landwirten sorgt auch das Förderwesen.

Eine Kürzung der Mittel wollen sie schon wegen stark steigender Betriebskosten nicht hinnehmen. Präsident Josef Moosbrugger: „Eine flächendeckende Bewirtschaftung und Pflege unseres Landes kann nur mit existenzfähigen bäuerlichen Familienbetrieben gesichert werden.“ Dass in Vorarlberg inzwischen zehn Betriebe wegen TBC geschlossen werden mussten, verursacht großes Unbehagen. Um die schwierige Situation in den Griff zu bekommen, fordert Moosbrugger eine enge Zusammenarbeit zwischen Bauern, Behörden und Jägerschaft und die konsequente Umsetzung bereits beschlossener Maßnahmen: „Eine massive Abschusserhöhung in den TBC-Kern- und -Randgebieten, die Dezentralisierung der Fütterung und konsequente Hygiene rund ums Füttern sind gemeinsam umzusetzen.“ In einer Resolution fordert der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer die Gesetzgeber auf, sich dieser brennenden Probleme besonders anzunehmen. Konkret geht es unter anderem um das Freihandelsabkommen, die Saatgutverordnung, Milchmarktsteuerung, die verpflichtende Kennzeichnung von Frischeiern oder die Regelung der Alpflächenproblematik. Für Ärger sorgt bei den Bauern die steigende Verschmutzung ihrer Wiesen und Felder durch Hundekot. Eine Kampagne für ein besseres Miteinander könnte helfen.

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