Feuerwehr Schruns packt selbst an

sdf Foto: vn/hofmeister
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Zum zweiten Mal ­bauten die Kameraden ihr Feuerwehrhaus eigenhändig um.

schruns. (VN-stm) „1984“ steht auf dem Trägerbalken im Aufenthaltsraum der Feuerwehr Schruns. Einige Meter entfernt, auf einem zweiten Balken, steht „2014“. „Das habe ich selbst geschnitzt“, grinst Franz Brugger, der seit 50 Jahren bei der örtlichen Feuerwehr aktiv ist.

„1984“ und „2014“ stehen für zwei größere Ausbauprojekte am Feuerwehrhaus Schruns. In beiden Fällen zeichnete Brugger federführend für das Projekt verantwortlich, arbeitete Baupläne aus und überwachte als Bauleiter die Umsetzung. Und in beiden Fällen waren es die Feuerwehrleute selbst, die für die Verwirklichung von Bruggers Ideen sorgten.

Seit dem Hochwasser von 1999 ist klar, dass das 1956/1957 errichtete Feuerwehrhaus zu klein ist und einer Generalüberholung bedarf. Bei jeder Neuanschaffung, etwa eines Löschfahrzeugs, rückte dieser Umstand wieder ins Bewusstsein. Mehrfach wurde ein Umbau angedacht, wegen der schwierigen finanziellen Lage der Gemeinde konnte kein Plan umgesetzt werden. Irgendwann setzte sich dann die Erkenntnis durch: „Wenn wir das nicht selbst in die Hand nehmen, passiert einfach nichts“, erinnert sich Brugger.

Im Dezember 2013 fasste die Vollversammlung der Feuerwehr Schruns den Beschluss, den Umbau des Obergeschoßes mit eigenen Mitteln durchzuführen. Die finanziellen Mittel wurden aus der Kameradschaftskasse genommen, die Arbeit teilten sich die Feuerwehrleute untereinander auf. Schon am 10. Jänner begann die Jungfeuerwehr dann mit den Aufräum- und Abbrucharbeiten. Drei Monate später, am 28. März, war das neue Obergeschoß fertig. 3200 Stunden hatten die rund 30 Feuerwehrleute bis zu diesem Zeitpunkt in den Umbau investiert. Von Montag bis Samstag waren die Kameraden auf der Baustelle, zumeist kamen sie erst nach Dienstschluss. Eines besonderen Anreizes bedurfte es nicht, sagt Jugendbetreuer Wolfgang Willi: „Wir haben uns gegenseitig motiviert.“

Betriebe unterstützten

Die Ersparnis für die Gemeinde war enorm: Hätte man den Umbau privaten Firmen übertragen, hätte er rund 300.000 Euro gekostet, rechnet Kommandant Martin Ganahl vor. Wichtig war die Unterstützung regionaler Unternehmen. „Von überall sind Spenden gekommen“, erzählt Ganahl. Insgesamt 20 Betriebe griffen der Feuerwehr unter die Arme. Vom Bodenbelag über Spots bis hin zu Sanitäranlagen wurde vieles geschenkt, anderes verbilligt abgegeben. Den Warenwert der gesponserten Materialien schätzt Ganahl auf rund 50.0000 Euro. Und die Gemeinde hat versprochen, nun das Untergeschoß und das Stiegenhaus zu sanieren.

sdf Foto: vn/hofmeister
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