Die Preisspirale dreht sich weiter – Lebensmittel werden immer teurer

von Michael Gasser

Der große VN-Daten-Report gibt einen Überblick über die Preis­entwicklung seit 2007.

Schwarzach. „Die Mieten erhöhen sich jedes Jahr und auch Lebensmittel werden immer teurer“, beklagt Sabrina Wetzel aus Rankweil. Wie ihr geht es vielen Vorarlbergern. Die Preisspirale dreht sich weiter nach oben. Die Kosten steigen. 2013 lag die Teuerung bei zwei Prozent. „Wohnung, Wasser und Energie hatten den stärksten Einfluss auf die Jahresinflation“, so die Statistik Austria. Als weiteren Preistreiber machen die Statistiker Lebensmittel aus und bestätigen damit den Eindruck vieler. Die durchschnittliche Teuerung allein in der Ausgabengruppe „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ lag im Vorjahr bei 3,4 Prozent. Einkaufen geht mehr denn je ins Geld. Aber es gibt auch Ausnahmen. Treibstoffe waren nach Jahren mit hohen Steigerungen 2013 ein Preisdämpfer. Und auch Bekleidung und einzelne technische Geräte wurden zuletzt günstiger.

„Täglich Brot“ viel teurer

Die Vorarlberger Landesstatistik hat jetzt die Preisentwicklung für Vorarlberg veröffentlicht. Einen eigenen Verbraucherpreis-Index gibt es zwar seit 2005 keinen mehr. Dafür aber die Durchschnittspreise für ausgewählte Waren und Leistungen. Sie werden von der Statistik Austria vor Ort erhoben. Der große VN-Daten-Report gibt einen Überblick über die Preisentwicklung seit 2007. Er zeigt teils extreme Teuerungen, etwa beim „täglich Brot“. So kostete eine maschinengefertigte Semmel im Vorjahr um satte 25 Prozent mehr als noch 2007. Leberkäse verteuerte sich im selben Zeitraum gar um 28 Prozent. Auch das Hühnerfilet (22 Prozent) und Eier (21 Prozent) sind empfindlich teurer geworden.

„Rohstoffpreise, Lohnkosten und die Logistikkosten sind die Hauptfaktoren“, sagt Franz-Josef Gächter, Sprecher der Fachgruppe Lebensmittelhandel in der Wirtschaftskammer. Bei einzelnen Produkten spiele aber sicher auch Angebot und Nachfrage eine Rolle. Allgemein seien dem Handel die Hände gebunden. Die Preise würden von den Konzernen diktiert.

Das umfangreiche Datenmaterial der Landesstatistik zeigt aber auch, dass nicht alle Lebensmittel im gleichen Maß teurer wurden. Viele Preise haben nur moderat angezogen. So ist Milch in den letzten sieben Jahren nur um sechs Prozent teurer geworden, bei Kartoffeln sind es gar nur fünf Prozent.

Einkehren geht ins Geld

Auch in der Gastronomie sind die Preise kräftig nach oben gegangen. Das Schweinsschnitzel kostete 2013 im Jahresschnitt 11,73 Euro. 2007 gab es dieses Gericht noch für 9,42 Euro (eine Steigerung um fast 25 Prozent). Noch kräftiger ist der Anstieg bei der türkischen Spezialiät, dem Kebab. Der kostet mittlerweile vier Euro – ein Plus von über 40 Prozent.

Bekleidung wurde günstiger

Beim Blick in die Preistabellen stechen einige wenige Produkte ins Auge, die in den letzten Jahren günstiger wurden. Dazu zählen vor allem Textilien. Eine Damen-Jeans kostet heute durchschnittlich um acht Prozent weniger als noch vor sieben Jahren, und Kinder-Jacken sind laut Statistik um fast 30 Prozent günstiger. Woran das liegt, weiß Gebhard Sagmeister, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer. „Immer mehr Produzenten lagern in Niedriglohn-Länder aus.“ Die Anbieter, die in Europa fertigen, würden immer weniger. Gleichzeitig sei das Angebot zuletzt stark gestiegen und auch die Konkurrenz im Land habe ihren Anteil an der Preisentwicklung. Eine für den Konsumenten sehr positive Entwicklung.

Ähnlich ist das bei einzelnen technischen Geräten, wie etwa dem PC. Computer sind seit 2007 um über 20 Prozent billiger geworden.

Das war es dann aber auch schon mit den guten Nachrichten. Dass der Preis für die Zahncreme in den letzten sieben Jahren praktisch unverändert blieb, fällt kaum ins Gewicht. Dafür belasten die hohen Energiekosten die Geldbörsen. Auch wenn es 2013 eine leichte Entspannung gab, zählen Heizöl (seit 2007 plus 40 Prozent) und Superbenzin (plus 20 Prozent) zu den Preistreibern, die richtig ins Geld gehen.

Mitarbeit: Janine Walter

Alexandra Heidelberger
30, Dornbirn
Ich gehe oft ins Restaurant zum Essen. Für zwei Personen benötigt man mittlerweile schon zwischen 50 und 60 Euro. Auch im Supermarkt oder Kino fallen mir die steigenden Preise auf.
Alexandra Heidelberger 30, Dornbirn Ich gehe oft ins Restaurant zum Essen. Für zwei Personen benötigt man mittlerweile schon zwischen 50 und 60 Euro. Auch im Supermarkt oder Kino fallen mir die steigenden Preise auf.
Sabrina Wetzel
21, Rankweil
Die Mieten erhöhen sich jedes Jahr und bei den Lebensmitteln merke ich es auch. Dass mal etwas billiger wird, fällt mir allerdings nicht auf. Die Preise sollten mal konstant bleiben.
Sabrina Wetzel 21, Rankweil Die Mieten erhöhen sich jedes Jahr und bei den Lebensmitteln merke ich es auch. Dass mal etwas billiger wird, fällt mir allerdings nicht auf. Die Preise sollten mal konstant bleiben.
Julia Scandella
27, Lustenau
Wenn man eine Familie hat, fallen die enormen Preise besonders auf. Ständig braucht man noch mehr Geld. Die Preise sollen mal konstant bleiben, damit man sich mehr leisten kann.
Julia Scandella 27, Lustenau Wenn man eine Familie hat, fallen die enormen Preise besonders auf. Ständig braucht man noch mehr Geld. Die Preise sollen mal konstant bleiben, damit man sich mehr leisten kann.
Evelyn Mayer
20, Koblach
Mir fällt auf, dass insbesondere der Tabak andauernd teurer wird. Auch die Benzinpreise finde ich mittlerweile brutal. Einkaufen macht keinen Spaß mehr, wenn die Preise ständig steigen.
Evelyn Mayer 20, Koblach Mir fällt auf, dass insbesondere der Tabak andauernd teurer wird. Auch die Benzinpreise finde ich mittlerweile brutal. Einkaufen macht keinen Spaß mehr, wenn die Preise ständig steigen.
Hamid Umajev
17, Bregenz
Vor allem bei den Lebensmitteln macht es sich bemerkbar. Das Ausgehen geht bei steigenden Preisen mit der Zeit natürlich auch auf die Geldtasche. Das Gehalt sollte mit den Preisen steigen.
Hamid Umajev 17, Bregenz Vor allem bei den Lebensmitteln macht es sich bemerkbar. Das Ausgehen geht bei steigenden Preisen mit der Zeit natürlich auch auf die Geldtasche. Das Gehalt sollte mit den Preisen steigen.
Christian Wolf
30, Feldkirch
In Vorarlberg ist es teurer als in den anderen Bundesländern. Das fällt sehr stark auf. Da ich aber in einer Beziehung bin und wir uns die Kosten teilen, geht es im Großen und Ganzen.
Christian Wolf 30, Feldkirch In Vorarlberg ist es teurer als in den anderen Bundesländern. Das fällt sehr stark auf. Da ich aber in einer Beziehung bin und wir uns die Kosten teilen, geht es im Großen und Ganzen.

Die höheren Rohstoffpreise, Lohnkosten und Logistikkosten sind Hauptfaktoren für die Steigerungen.

Franz-Josef Gächter
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