Für die Schüler an den runden Tisch

Suche nach „Übergangslösungen“ für MS-Abgänger mit Problemen an höheren Schulen.

Bregenz. (VN-hk) Wie schwer haben es Abgänger der Neuen Mittelschule, wenn sie an eine höhere Schule mit Maturaabschluss wechseln? „Einige von ihnen haben Probleme“, gaben die von den VN befragten BORG-Direktoren an. Hauptgründe dafür: Unterschiede bei den Unterrichtsformen in den beiden Schultypen, unterschiedliche Größen der Klassen, unterschiedliche Benotungen, niedrigeres Lerntempo, unterschiedliche Anforderungsprofile an den Neuen Mittelschulen.

Nicht gleich fallen lassen

„Es gibt verschiedene Lernkulturen an den diversen Mittelschulen“, räumt Bezirksschulinspektor und NMS-Schulentwickler Christian Kompatscher (48) ein. So gebe es zum Beispiel Unterschiede zwischen Schulen im städtischen Bereich und auf dem Land. Auch würden durch den Rückgang der Jahrgangszahlen mehr Schüler Aufnahme in höhere Schulen finden. „Es wird auf die höheren Schulen die Herausforderung zukommen, wie sie es schaffen können, dass auch Schüler mit weniger guten Zeugnissen Chancen haben, in diesen Schulen zu bestehen“, wagt Kompatscher einen Blick in die Zukunft. Der Bezirksschulinspektor nimmt dabei vor allem die Berufsbildenden höheren Schulen in die Pflicht. „Sie werden sich die Frage beantworten müssen, ob ihr Angebot wirklich dem entspricht, was zeitgerecht ist und was gebraucht wird.“ Kompatscher verlangt ein stärkeres Engagement der Schulen auch für Schüler, die gewisse Probleme haben. „Ich orientiere mich dabei an verschiedenen Betrieben im Land und deren Umgang mit Lehrlingen. Da stelle ich fest, dass sie nicht so schnell einen Jugendlichen hängenlassen, wenn sie ihn erst mal aufgenommen haben.“

Bessere Kommunikation

Eine stärkere Kommunikation zwischen Neuen Mittelschulen und höheren Schulen wünscht sich Schullandesrätin Bernadette Mennel (55). „Ich erwarte, dass sich Schulleiter verschiedener Schultypen verstärkt zusammensetzen und sich gemeinsam Gedanken darüber machen, wie man Übergänge von einer Schule zur anderen möglichst gut bewältigen kann.“ Für Mennel vor allem wichtig: „Dass die Durchlässigkeit von den Neuen Mittelschulen zu den höheren Schulen gewährleistet ist. Das ist sie bei uns auf alle Fälle.“

Die Bedeutung der Mittelschulen zeigt sich für die Schullandesrätin vor allem in der großen Zahl an Schülern Berufsbildender höherer Schulen, die von diesem Sekundarschultyp kommen. „Das sind über 70 Prozent“, verdeutlicht Mennel.

Klare Ziele

Als eine große Herausforde­rung sieht auch AHS-Landesschulinspektorin Christine Schreiber (60) den Übergang von Schülern aus dem Bereich Neue Mittelschule an eine Oberstufenform des Gymnasiums. „Uns ist diese Problematik durchaus bewusst“, gibt sich Schreiber keinen Illusionen hin, und hat auch schon erste Maßnahmen gesetzt. „Am 29. April kommt es zu einem ersten Gespräch von BORG-Direktoren mit Pflichtschul-Landesschulinspektorin Karin Engstler und Christian Kompatscher. Da werden wir uns genau diesem Thema widmen. Wir werden Strategien entwickeln müssen, wie wir die Übergänge von Mittelschulen in Höhere Schulen besser bewältigen“, setzt sich Schreiber klare Ziele.

Viele Betriebe lassen ihre Lehrlinge auch nicht so schnell fallen.

Christian KOmpatscher
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