Raststätte: Deutscher Naturschutz mischt mit

von Geraldine Reiner
Demnächst nimmt die ASFINAG beim ehemaligen Autobahnzollamt Umbauten in Angriff.  
Demnächst nimmt die ASFINAG beim ehemaligen Autobahnzollamt Umbauten in Angriff.  

Der Termin für die Bauverhandlung steht, Einwände kommen auch aus Deutschland.

Hörbranz. (VN-ger) In knapp zwei Wochen geht es für das Raststätten-Projekt in Hörbranz ans Eingemachte: Bei der Verhandlung am 24. April soll die Bewilligung für den Bau einer Raststätte samt Tankstellen, Pkw- und Lkw-Parkplätzen sowie neuen Zu- und Abfahrtswegen auf dem Areal des ehemaligen Autobahnzollamts erteilt werden. Das Vorhaben wird seit Jahren heiß diskutiert, auch der Bund Naturschutz in Bayern, Kreisgruppe Lindau, steht nun auf der Matte. In einer schriftlichen Einwendung an Bezirkshauptmann Elmar Zech sprechen sich die deutschen Naturschützer unter anderem gegen eine „Massierung“ aus: „Auf einer Länge von etwa 80 Kilometern würden sich dem Autofahrer drei Rast- und Tankmöglichkeiten anbieten“, kritisieren sie und fordern in Anbetracht des „beängstigenden Flächenverbrauchs im Bodenseeraum“ auf den Bau der Raststätte zu verzichten und das Gelände zu renaturieren.

„Gefahrenpotenzial“

Ein „großes Gefahrenpotenzial für das FFH-Gebiet Leiblach und den Trinkwasserspeicher Bodensee“ sieht der Bund Naturschutz außerdem im geplanten Treibstofflager für 640.000 Liter Benzin, Diesel und Harnstofflösung sowie 62.000 Liter Flüssiggas. Weiters sei die Lichtverschmutzung zu einem ernsthaften Umweltproblem geworden, die Lärmemissionen und die Luftverschmutzung könnten der Bevölkerung beidseits der Leiblach nicht mehr zugemutet werden.

Bereits im vergangenen Dezember hatte Landesvolksanwältin Gabriele Strele auf Initiative der Hörbranzer Bürgerinitiative beim Verfassungsgerichtshof Beschwerden gegen das Raststätten-Projekt eingelegt. Sie ortet eine mangelnde und rechtswidrige Durchführung des Strategischen Umweltverträglichkeitsverfahrens (SUP), fehlende Objektivität und Neutralität, Mängel bei der Kundmachung sowie eine unzureichende Alternativenprüfung. Die von Strele festgestellten Mängel ergaben für den grünen Landtagsabgeordneten Bernd Bösch „ein katastrophales Bild von schlampiger oder gar fahrlässiger Vorgangsweise der verantwortlichen Politiker und der Behörden.“ Nicht zuletzt wehren sich auch die Anrainer auf deutscher Seite gegen die vorgesehene Zu- und Abfahrt über den Amerikaweg. Viele der Gegner werden sich in der kommenden Woche vor Ort ein Bild von der Raststätte machen. Zwischen 14. und 18. April haben Interessierte die Möglichkeit, die baulichen Eckpunkte mittels Steiger aus der Luft zu betrachten.

Wir sehen hier ein großes Gefahrenpotenzial.

Bund Naturschutz
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