Vorarlberger, über die man spricht. Alexander Wostry (35)

Als Biobauer in Ostafrika

In Alexander Wostrys „Garten der Solidarität“ wird nur gentechnikfreies Saatgut verwendet. FOTO: PRIVAT  
In Alexander Wostrys „Garten der Solidarität“ wird nur gentechnikfreies Saatgut verwendet. FOTO: PRIVAT  

Seit 2009 lehrt Alex­ander Wostry tansanische Bauern biologische Anbau-Methoden.

FELDKIRCH, MOROGORO. (VN-hrj) Er ist auf Kurzbesuch bei seinen Eltern in Feldkirch-Tosters. Wegen des Vortrags, den er vor ein paar Tagen im Bildungshaus St. Arbogast gehalten hat. Eine derart große Anzahl Interessierter, die sich über sein Entwicklungsprojekt „Bustani Ya Tushikamane“ – „Garten der Solidarität“ – informieren wollten, hatte Alexander Wostry nicht erwartet.

Wostrys „Garten der Solida­rität“ liegt in Morogoro, einer der 30 Verwaltungsregionen des ostafrikanischen Staates Tansania. Dort vermittelt der 35-jährige Feldkircher einheimischen Bauern das Know-how zum biologischen Anbau. „Ich möchte den Bauern helfen, unabhängig von den Großkonzernen gesunde Landwirtschaft zu betreiben“, sagt Wostry. In Tansania leben etwa 80 Prozent von der Landwirtschaft.

Seinen erlernten Beruf, Maschinenschlosser, hatte Wostry nicht ausüben wollen. Er zog die Sozialarbeit mit Menschen mit Behinderung vor. Dann beschloss er, Internationale Entwicklungsarbeit zu studieren. Das Interesse an biologischem Anbau wurde in ihm vor sechs Jahren während eines Praktikums geweckt, das er im Rahmen seines Studiums in Morogoro absolvierte. Er arbeitete an einem Entwicklungsprojekt mit. Die Erfahrungen, die er dort  gesammelt hatte, regten ihn dazu an, ein Jahr später die Organisation SAT (Sustainable Agriculture Tansania) zu gründen und ein eigenes Entwicklungsprojekt zu starten. So entstand der „Garten der Solidarität“ mit einem Informationszentrum und einem Demonstrationsgarten. Dort lehrt Wostry die Bauern umweltfreundliche und gesunde Anbau-Methoden – Mischkulturen ohne Kunstdünger und ohne Gentechnik.

Seit September 2013 gehört das Farmer Training Center, bestehend aus einem Mehrzweckgebäude mit Schulungsraum und Restaurant, zwei Gästehäusern und dem Büro, dazu. Bislang wurden dort 170 Bauern ausgebildet. Dieses Jahr werden es 350 sein. Insgesamt gibt es seit dem Projektstart vor fünf Jahren 2000 „biologisch zertifizierte Bauern“.

Der „Garten der Solidarität“ ist sehr erfolgreich. „Weil unser Projekt als tansanisches, also einheimisches Landwirtschaftsprojekt anerkannt ist“, erklärt Wostry. Das hat vor allem damit zu tun, dass seine tansanische Ehefrau Janet die Organisation SAT als Direktorin leitet und er sich selbst als Finanzmanager im Hintergrund hält.

Kein Heimweh?

Janet begegnete er erstmals 2009. Die Agronomin hatte damals ein Beratungsbüro. Mit ihr gemeinsam hatte Wostry sein Projekt in Angriff genommen. Vor drei Jahren kam Tochter Anna zur Welt – das zweite Kind ist unterwegs – und Wostry, der längst Swahili spricht, ist definitiv nach Tansania übersiedelt.

Die Familie lebt bescheiden in einem kleinen Haus. Strom liefert eine Solaranlage – „das reicht aber nicht für den Betrieb eines Kühlschranks“. Wasser muss vom Tank geholt werden.

Kein Heimweh nach Vorarlberg? „Nein. Ich kann mir gut vorstellen, die nächsten 50 Jahre in Tansania zu leben und das Projekt weiterzuführen. Wir wollen ja etwas Nachhaltiges aufbauen.“

Seit dem Projektstart haben wir insgesamt 2000 Bauern ausgebildet.

Alexander Wostry

Zur Person

Alexander Wostry

„Wir brauchen eine sozialere und gerechtere Welt.“

Geboren: 3.11.1978 in Feldkirch

Wohnort: Morogoro

Laufbahn: Studium Internationale Entwicklungsarbeit, Biobauer

Familie: Ehefrau Janet, Tochter Anna

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