Wirbel um Umwidmung

von Jörg stadler
Die wühlenden Wollschweine ackern die einstige Blumenwiese um. Auch das stört die Bürgerinitiative.  Foto: Stiplovsek
Die wühlenden Wollschweine ackern die einstige Blumenwiese um. Auch das stört die Bürgerinitiative. Foto: Stiplovsek

Wollschwein-Zucht: Entscheidung der Gemeindevertretung mit Spannung erwartet.

Frastanz. (VN-sta) Wie die VN berichteten, stoßen die Umwidmungspläne eines Feldkircher Nebenerwerbslandwirts in Frastanz-Gampelün teilweise auf große Ablehnung. Eine Bürgerinitiative, die laut eigenem Bekunden „für den Erhalt des Naherholungsgebiets Kosaweg-Lasch“ kämpft, hat bereits an die 200 Unterschriften gesammelt. Die Unterzeichner fordern eine Projekt-Neubewertung, die der „Zerstörung der einst intakten Natur Einhalt gebietet“. Zur Erinnerung: Der Nebenerwerbslandwirt betreibt eine artgerechte Wollschwein-Zucht und beabsichtigt, einen befestigten Futterplatz und einen Stadel zu errichten. In einer ihrer nächsten Sitzungen müssen die Frastanzer Gemeindevertreter nun über einen entsprechenden Umwidmungsantrag entscheiden.

Die Basis für die Entscheidung bildet eine „fachliche Äußerung“ des Unabhängigen Sachverständigenrats (USR), der vom WollschweinZüchter nach der Ablehnung der Umwidmung von Freihalte- in Landwirtschaftsgebiet (seitens der Gemeinde) angerufen wurde. Wie berichtet, spricht sich der USR für eine Umwidmung in Freifläche-Sondergebiet aus. Dies würde dem Züchter erlauben, einen Feldstadel und Futterplatz zu errichten. Bürgermeister Eugen Gabriel stellt auf Anfrage der VN klar, dass die Gemeinde auf Basis der Vertragsraumordnung, also der Empfehlung des USR, sachlich zu entscheiden habe. Persönlich sehe er das Vorhaben allerdings sehr kritisch. „Die Art der Nutzung finde ich nicht in Ordnung. Hühner oder Schafe wären mir da oben wesentlich lieber“, so Gabriel.

„Gangbarer Kompromiss“

Für Nina Tomaselli von den Frastanzer Grünen wäre eine Umwidmung in Sondergebiet eine „gangbare Kompromisslösung“. Damit wäre zu 100 Prozent ausgeschlossen, dass der Antragsteller – wie von der Bürgerinitiative befürchtet – ein Wohnhaus errichten kann. Weiters betont Tomaselli, dass die Grünen – entgegen anders lautender Meldungen – nie Unterstützer der Bürgerinitiative gewesen seien. Umwidmung oder nicht, der Nebenerwerbslandwirt will unbedingt an seinem Projekt festhalten, zumal er laut Grundverkehrsgesetz an sein Betriebskonzept gebunden ist.

Persönlich gesehen wären mir Schafe wesentlich lieber.

Eugen Gabriel, Ortschef
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Per E-Mail teilen
Entdecken Sie die VN in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.