Hoffen auf mehr Ruhe und Ordnung

von Josef Hagen

Anrainer und Fahrgäste vor Belästigungen schützen: Dornbirn weitet Alkoholverbotszone am Bahnhof aus.

Dornbirn. (ha) Mit sofortiger Wirkung wird die bestehende Alkoholverbotszone am Dornbirner Bahnhof ausgeweitet. Die entsprechende Verordnung hat jetzt die Stadtvertretung gegen die Stimmen der Grünen beschlossen. Im Rathaus hofft man, dass Belästigungen von Passanten und Anrainern sowie Verunreinigungen des Geländes nun auch westlich des Bahnhofs in Grenzen gehalten werden können.

Wie berichtet, gibt es vor allem auf der Rohrbacher Seite des Bahnhofs Probleme mit Alkoholisierten. Anrainer, Fahrgäste der ÖBB und der Landbusse sind die Leidtragenden. Mit der Ausweitung der Verbotszone hat die Polizei nun die Möglichkeit einzuschreiten und Personen, die gegen die Regelung verstoßen, anzuzeigen. Für mehr Ordnung sorgen sollen aber nicht nur die Exekutive, sondern wie bisher auch Mitarbeiter von Sozialeinrichtungen wie „Ex & Hopp“ oder Offene Jugendarbeit.

Die Ausweitung der Zone stieß im Stadtparlament auf große Zustimmung. Lediglich die Grünen stimmten dagegen. Stadtrat Martin Konzet bezeichnet die Verordnung als „zahnlos, da sie jederzeit umgangen werden kann“. Der grüne Stadtparteichef befürchtet außerdem, dass sich die Szene einfach vor die Haustüren anderer Bürgerinnen und Bürger verlagert. Er kann sich vorstellen, dass die Stadt als kleinen Beitrag zur Lösung des Problems eigene Rückzugsräume für die Alkoholkonsumenten schafft.

Für Videoüberwachung

SP-Stadtrat Gebhard Greber, der schon vor Wochen „auf unhaltbare Zustände im westlichen Bahnhofsbereich“ aufmerksam machte, unterstützt die neuen Maßnahmen der Stadt. Zusätzlich wünscht er sich eine Videoüberwachung der bestehenden Fahrradabstellplätze im Bahnhofsbereich, da es immer wieder zu Beschädigungen der Zweiräder kommt. „Der Bahnhof muss attraktiv bleiben, niemand darf dort Angst haben“, erhofft sich Greber nun mehr Ruhe und Ordnung.

Das wünscht sich auch Bürgermeisterin Andrea Kaufmann: „Die Leute sollen sich sicher fühlen können.“ Die zuständige Stadträtin Marie Louise Hinterauer weiß, dass der Alkoholkonsum unter freiem Himmel auf öffentlichen Plätzen nicht aus der Welt zu schaffen ist, und dass Dornbirn die Szene erhalten bleibt. Sie erinnert an Altbürgermeister Wolfgang Rümmele, der immer wieder sagte: „Mir künnend sie nid an Moo uffe schüßa.“ In den Reihen der Freiheitlichen wird die Ausweitung der Verbotszone laut beklatscht. Stadtrat Walter Schönbeck sieht sich in seiner jahrelangen Kritik an den Zuständen am Bahnhof bestätigt.

Neue Polizeizentrale

Wie berichtet, könnte in wenigen Jahren die Bundespolizeizentrale von der Stadtstraße in ein neues Amtsgebäude beim Bahnhof übersiedeln. Die Voraussetzungen wurden mit dem Kauf eines 4000 Quadratmeter großen Grundstücks durch die Stadt südwestlich des Bahnhofs geschaffen. Jetzt fehlt nur noch grünes Licht aus dem Innenministerium. Im Rathaus ist man sich sicher, dass die ständige Anwesenheit der Exekutive für mehr Ruhe und subjektive Sicherheit am Bahnhof sorgen würde.

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